US-Notenbank lässt Zins unverändert: Stärkere Verflechtung der Märkte

US-Notenbank lässt Zins unverändert
Von der Angst getrieben

Stärkere Verflechtung der Märkte

Mit der Erweiterung des Instrumentariums hat sich auch der Aufgabenbereich der Notenbanken erweitert. In der Pressekonferenz am Mittwoch wurde Fed-Chefin Janet Yellen sogar gefragt, ob sie sich nicht stärker um eine bessere Bildung und Ausbildung der Amerikaner kümmern wolle, was zweifellos der wirtschaftlichen Entwicklung helfen würde. Sie lehnte das Ansinnen freundlich ab.

Aber die Notenbanken sind längst nicht mehr nur für die Preisstabilität und – mehr oder minder explizit – für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung zuständig. De facto geht es auch um die Stabilität des Finanzsystems, die Europäische Zentralbank (EZB) steht auch für den Zusammenhalt des Euro-Raums. Hinzu kommt, dass sich Fed & Co wegen der immer stärker werdenden Verflechtung der Märkte nicht mehr wie früher allein auf die eigene Wirtschaft konzentrieren können, sondern die weltweiten Konsequenzen ihres Handelns berücksichtigen müssen, und sei es nur, weil daraus wieder Rückwirkungen auf die heimische Wirtschaft entstehen.

Die wachsenden Problembereiche der Geldpolitik und die immer wieder neuen Experimente zur Lösung dieser Probleme bergen eine Menge politischen Sprengstoff. Der frühere EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat oft betont, wie wichtig ihm der Rückhalt in der Bevölkerung ist. Zur Zeit der Bundesbank war er in Deutschland besonders hoch. Diese Institution galt als überparteilich und wurde dafür geschätzt.

Heute, wo Notenbanken die Bürger mit Niedrig- oder sogar Minuszinsen traktieren und mit gigantischen Summen am Kapitalmarkt jonglieren, besteht die Gefahr, dass sie sich immer mehr der Bevölkerung entfremden. Und das wiederum macht sie anfälliger für den Einfluss von Politikern, die von der Aufgabe der Notenbanken nichts verstehen, sie aber gerne als Zielscheibe von Kritik gebrauchen und ihnen am liebsten ins Handwerk pfuschen würden.

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