US-Notenbank-Legende

Greenspan nennt den Euro einen „Fehlschlag“

Alan Greenspan rechnet mit dem Euro ab: Die Währungsunion sei gescheitert, Griechen und Italiener würden sich ökonomisch „nie“ wie Deutsche verhalten, so der Ex-Notenbanker. Auch in Deutschland mehren sich die Skeptiker.
Update: 14.06.2012 - 10:51 Uhr 96 Kommentare
Der früherer US-Notenbankchef Alan Greenspan: Italiener und Griechen werden sich nie wie Deutsche verhalten. Quelle: Reuters

Der früherer US-Notenbankchef Alan Greenspan: Italiener und Griechen werden sich nie wie Deutsche verhalten.

(Foto: Reuters)

MontrealAlan Greenspan, der Ex-Chef der amerikanischen Notenbank, hat die Europäische Währungsunion als einen „Fehlschlag“ bezeichnet. Das berichtete das Wall Street Journal in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf Greenspan-Aussagen bei einer Konferenz in Montreal. Die Annahme, dass sich die kulturellen Unterschiede in der Region durch eine Union überbrücken ließen und dass sich Griechen und Italiener ökonomisch wie Deutsche verhalten würden, habe sich „nie“ bewahrheitet.

Auf derselben Konferenz in Montreal erklärte Greenspan am Mittwoch, dass eine Neu-Verhandlung der Bedingungen für das griechische Rettungspaket die europäische Schuldenkrise nicht lösen werde. Nur eine „politische Konsolidierung“ der 17 Staaten umfassenden Gruppe sei dazu in der Lage.

Auch aus der deutschen Wirtschaft werden Zweifel an der Zukunft des Euro laut. Der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes, sagte dem Handelsblatt, Bundeskanzlerin Angela Merkel verliere offenbar an Unterstützung in Europa für ihren Kurs der Haushaltssanierung. „An der dauerhaften Existenz des Euro - das muss man leider sagen - hegen immer mehr Unternehmer Zweifel“, betonte er. Die Unternehmer sähen mit großem Bedauern, dass der Euro sich zu einem Quell für Streit und Neid in Europa entwickele.

Hennerkes kritisierte vor allem, den dauerhaften Rettungsschirm ESM, der unabsehbare finanzielle Risiken für Deutschland berge. „Sie reichen weit über die offiziellen 190 Milliarden Euro hinaus. Der deutsche Anteil würde sofort hochschnellen, wenn ein großes Land wie Spanien den Rettungsschirm voll in Anspruch nimmt, was ja bisher mühsam vermieden wird“, sagte er.

Der Vertreter der Familienunternehmen warf der Politik generell Schönfärberei vor. „Seit zwei Jahren erleben wir, wie Zug um Zug das passiert, was von der politischen Führung zuvor vehement bestritten wurde: Überschuldung einzelner Staaten, Sanierungs-Unfähigkeit einzelner und jetzt als Summe die Gefährdung der gemeinsamen Währung“, kritisierte er.

  • Bloomberg
  • rtr
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96 Kommentare zu "US-Notenbank-Legende: Greenspan nennt den Euro einen „Fehlschlag“"

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  • Skrupellosigkeit, Ignoranz, Dummheit
    schützen nicht vor der Wirklichkeit!
    Die Konsequenzen werden folgen!
    Ob sie jeder dann verträgt?
    Wie lange wird ein Volk ungestraft gequält?
    Saddam Hussein wurde zum Schluss
    aus einem Erdloch gezerrt!

  • Dummheit, Naivität, Ignoranz + Skrupellosigkeit haben noch niemanden vor der sie einholenden Realität geschützt. Diese Wirklichkeit, die sie einholen wird, wird genauso erbarmungslos sein, wie sie selbst waren! Auge um Auge! Zahn um Zahn!

  • 14.06.2012, 07:42 Uhr @PRAWDA

    Tja,
    bedauerlicherweise gibt es in Deutschland keine Todesstrafe.
    Die meisten deutschen Politiker sind eine Schande für unser Volk und Land!

  • Das Problem ist: Die Politiker dachten, die Kritiker hätten das wirtschaftlich gemeint - und ein gestandener Politiker in Deutschland besteht auf dem Primat der Politik! Der Euro ist ein politisches Projekt, und ich befürchte, daß zu unser aller fürchterlicher Schaden die Politiker mit dem Kopf durch die Wand gehen, um ihr Projekt zu retten - solange, bis auch der letzte €-Staat pleite am Boden ist.

  • Mir geht es genauso. Mein Bekanntenkreis entschuldigt sich damit, sie verstünden nichts von Wirtschaft. Sie sind sogar stolz darauf, noch nie die Wirtschaftsseite irgendeiner Zeitung gelesen zu haben - das machen Gutmenschen einfach nicht. Und genau auf diese Schicht setzen die Politiker, um während der Fußball-EU uns, die Kinder und deren Enkel (!) um die Zukunft zu bringen.

  • Ausgerechnet der aufgrund seiner unsinnigen Geldpolitik Hauptschuldige an allen Finanzkrisen ("Erfinder des kostenlosen Geldes") gibt seinen "Senf" dazu.
    Wenn ökonomisches Fehlverhalten justitiabel wäre säße dieser Herr einige Jahre hinter Gittern!

  • Der Euro ein Fehlschlag
    Das habe ich schon vor 15 Jahren gewußt!

  • Greenspan nennt den Euro einen „Fehlschlag“
    -------------------------------------------
    Die Deutschen durften über den Euro nicht abstimmen!

    Die Politiker wussten genau warum!

    Das deutsche Volk ist nicht so unterbelichtet
    wie deren Politiker!

    Ich finde die deutsche Politik kriminell!

    Der Euro wurde durch die erhebliche kriminelle Energie
    der Politik durchgesetzt!

    Wir hätten dem Euro NIE zugestimmt!

    Dafür brauchen wir keine Meinung von Greenspan!

    Wir sind doch „NICHT BLÖD“!

  • Mein Lieblingssycnhornisierungsfehler der überforderten ZWEISPRACHLER (neben COURT/CORD-ANZUG für LAW-SUIT) der KLAPPENSTECHER als es um die SCHWULEN klapperSTOERCHE GEHT!

    Was geschieht mit einer HOMO-Religion wie dem KATHOLIZISMUS. Sie stirbt nach einer GENERATIUON AUS.

  • Leider scheinen Demos oder Kundgebungen gegen den ESM, gegen die Bankenrettungen, gegen die Umverteilung von Geldern, die Vergemeinschaftung von Schulden etc. in Deutschland nichts zu bringen. Am 2.6.12 (Samstag) fand am Stachus in München eine solche Kundgebung statt, mit sehr guten Vorträgen von diversen Interessensgruppen, wie z.B. dem Bund der Steuerzahler, den Freien Wählern, Frau von Storch... Es wurden ca 1.000 Leute gezählt. Und 1 Woche darauf fand die gleiche Aktion in Berlin statt, mit angeblich nur 400 Besuchern. Also ich war total enttäuscht weil ich dachte, es würde einen riesigen Ansturm geben. Weit gefehlt.In 2 grossen Städten gerade Mal 1.400 Leute, das ist doch lächerlich. Und das, obwohl die Veranstaltungen an Samstagen war, wo die meisten Leute Zeit haben. Ich muss mich fragen, ob den Deutschen eigentlich bewusst ist, um was es eigentlich geht, ob die den Ernst der Lage überhaupt erkannt haben. Bei soviel Desinteresse sehe ich schwarz, dass die Deutschen jemals etwas bewegen werden, in Sachen Politik, Demokratie etc. Auf dem nach Nachhauseweg kam ich an einem Plakat dieser Veranstaltung vorbei, da sprachen mich doch tatsächlich 2 junge Männer (ca. 30-35 Jahre) mit schwäbischem Dialekt, an und wollten von mir wissen, was denn ESM sei. Unglaublich, oder? Also ich hege keine grossen Hoffnungen, dass bedeutende Menschenmengen auf die Strasse gehen und mal anfangen, sich zu wehren. So sieht es in unserem Land aus, leider.

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