US-Notenbank
Yellen will lockere Geldpolitik fortsetzen

Janet Yellen beglückt die Märkte: Die designierte Fed-Chefin wird die Gelddruckmaschinen voraussichtlich weiter auf Hochtouren laufen lassen. Die Wirtschaft habe ihr volles Potential noch nicht erreicht.
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WashingtonDie designierte Fed-Chefin Janet Yellen hat sich für eine Fortsetzung der ultralockeren US-Geldpolitik ausgesprochen und damit die Furcht vor einem abrupten Ende der Konjunkturspritzen gedämpft. Die US-Notenbank Federal Reserve müsse noch "mehr Arbeit" für die Erholung der US-Wirtschaft investieren, hieß es in einer am Mittwoch vorab veröffentlichten Rede, die Yellen am Donnerstag im Senatsausschuss halten wollte. In den USA und in Asien zogen die Kurse von Aktien und Anleihen in Reaktion auf die Rede an, während der Dollar nachgab.

Eine Unterstützung der Konjunktur zum jetzigen Zeitpunkt sei der sicherste Weg, um zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren zu können, erklärte Yellen. Sowohl die Gesamtwirtschaft als auch der Arbeitsmarkt blieben noch weit hinter ihrem Potenzial zurück und der Inflationsdruck auf absehbare Zeit gedämpft. Yellens Aussagen waren an den Finanzmärkten mit großer Spannung erwartet worden, weil sie ein erster Hinweis auf die zukünftige US-Geldpolitik unter ihrer Führung sind - voraussichtlich wird sie im Februar das Erbe von Ben Bernanke antreten.

Gerade weil Yellen als Verfechterin einer lockeren Geldpolitik gilt, hatten einige Volkswirte damit gerechnet, dass sie sich als harte Inflationsbekämpferin präsentiert, um ihre Glaubwürdigkeit zu stärken. "Dies geht jedoch nicht aus der Rede hervor. Wir gehen auch nicht davon aus, dass sie morgen früh (im Ausschuss) eine härtere Tonart anschlägt", erklärte Michael Feroli von JPMorgan.

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Anleihekäufe könnten im Januar leicht gedrosselt werden

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  • Statt immer weiteres Geld in den US-Markt zu pumpen, sollten die Banken sich lieber darum kümmern,wo ihr bisheriges Geld geblieben ist. Zum Beispiel China betätigt sich nicht erst seit gestern daran Währungen zu sammeln. Krise A durch Verknappung, Krise B durch Überschwemmung. In beiden Fällen treten Verursacher verstärkt als Aufkäufer auf. Nachtigall, ick hör dir trapsen.....
    Das selbe Bild in USA, in Europa, und weiteren guten Volkswirtschaften. Ein guter Grund bisherige Strategien neu zu überdenken.

  • Klar-nur verstößt das gegen die Masstrichtkriterien.Bisher mussten sich verschuldete Länder,die sich nicht mehr am freien Markt finanzieren konnten,in den Rettungsschirm begeben.Dann kam die Troika...Alles andere ist verbotene Staatsfinanzierung.Mit den USA oder Japan lässt sich der Euroverbund nicht vergleichen.Das sind alles 17 teils sehr unterschiedliche Staaten.Die USA kaufen doch auch nicht Staatsanleihen von Mexiko oder Kanada,nur weil diese ebenfalls auf dem amerikanischen Kontinent liegen.
    Der Herr sollte mal nachdenken-was die "No Bail Out Klausel" bedeutet,aber wie sagte jüngst ein FAZ Redakteur:"Im EZB Tauer gibt es fast nur noch geldpolitische Tauben".

  • Für das massenhafte Gelddrucken als letzte Lösung gibt es kein kontrolliertes Ende. Ein Wirtschaftswachstum, das mit der Gelddruckerei Schritt hält, ist langfristig nicht möglich. Erst recht nicht, wenn Flutwellen neuen Geldes in die Finanzmärkte gespült werden und nur Tröpfchen in der Realwirtschaft ankommen.

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