US-Notenbanker Lacker: Fed soll mit Anleihekäufen aufhören

US-Notenbanker Lacker
Fed soll mit Anleihekäufen aufhören

Die Notenbank der USA soll mit dem Kauf von Anleihen aufhören – und das so schnell wie möglich. Die Risiken seien höher als die Vorteile, so Jeff Lacker, Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Fed.
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Die US-Notenbank Fed sollte nach Ansicht eines ihrer Mitglieder so schnell wie möglich mit dem Gelddrucken auf hören. Jeff Lacker, Mitglied im entscheidenden geldpolitischen Ausschuss der Fed, forderte im Interview mit dem Handelsblatt ein schnelles Ende der Anleihekäufe. „Wir sollten sie eher früher als später stoppen. Aus meiner Sicht sind die Risiken aus den Käufen seit Anfang 2012 höher als die damit erzielten Vorteile“, sagte er.

Sein Hauptargument: Er sieht Risiken, dass die Fed 2014 von einer stärkeren Inflation überrascht werden könnte. „Meine Sorge ist, dass wir zu spät und nicht schnell genug reagieren könnten. Ich bin gerne vorsichtig“, erklärte. er.

Die US-Notenbank hatte 2008 auf die Krise mit einer Absenkung der Zinsen auf nahe null Prozent reagiert und gleichzeitig Anleihen im Wert von über zwei Billionen Dollar gekauft, um die Konjunktur zu stützen. Die Fed wird am 29. und 30. Januar erneut darüber beraten, um sie die laufenden Aufkaufprogramme beibehält. Lacker, der auch Chef der Fed-Filiale von Richmond ist, war 2012 der einzige, der konsequent gegen die lockere Geldpolitik der US-Notenbank gestimmt hatte.

In der Bankenregulierung, die ebenfalls zu den Aufgaben der Fed gehört, verteidigte er eine stärker nationale Orientierung der Aufsicht. „Wenn eine große Bank in Probleme gerät, dann gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Entweder man versucht schnell, die relevanten Bankaufseher weltweit zusammenzubekommen. Oder man versucht sicherzustellen, dass man das Problem vor Ort löst und eine Ansteckung anderer Länder verhindert. Ich finde, Letzteres ist ein überzeugender Ansatz“, sagte er.

Zuletzt hatte die Fed entschieden, dass Auslandsbanken in den USA demnächst Sicherheitspuffer vor Ort für ihre Töchterfirmen vorhalten müssen. Bislang durfte sie es irgendwo in der Welt einsetzen und man vertraute ihnen, dass sie es in Krisenzeiten schon zur Stabilisierung in den USA einsetzen würden. „Wenn wir die Gesundheit jeder nationalen Einheit einer Bank separat sicherstellen, dann müssen wir uns in einer Krisensituation nicht auf internationale Konsultationen verlassen“, sagte Lacker.

Kommentare zu " US-Notenbanker Lacker: Fed soll mit Anleihekäufen aufhören"

Alle Kommentare
  • Womit soll der arme Herr Obama denn bitte sonst seine Wähler kaufen?

  • Herr Lacker ist nur eine Stimme des Gremiums. Schön, dass er in seinem Land nicht gleich niedergeschrien oder niedergemacht wird.
    Inhaltlich, Herr Lacker, sei Ihnen versichert, wir trauen unseren Geschäftspartnern AUCH nicht mehr. Das muss irgendwas mit einem Casino zu tun haben. Was könnte das wohl sein?

  • Warum braucht man den Dollar als Weltwährung ? Bei meiner letzten Geschäftsreise nach China musste Ich feststellen dass der Umrechnungskurs des Euro zu Yuan von 1:13 2010 auf 1:8 2012 gefallen ist, respektive das gleiche Bild zum Dollar. Der Yuan als Weltreservewährung, dann kann Bernanke Geld drucken so viel er will.

  • Lacker hat ja Recht. Aber das Team Obama und Bernanke wird weiter machen mit Schulden und Gelddrucken. Dies ist deren einziges Konzept. Das fahren die bedingungslos weiter, ueberhaupt jetzt nach der Wiederwahl. Es glaubt doch wohl niemand an Zufall, dass Obama den Gelddrucker Bernanke in seinem Amte bestaetigt hat und als seinen Stellvertreter die vielleicht noch radikalere Yellen bestimmte. Nein, dies war schon Absicht. Also munter weiter mit diesem Team, bis zum bitteren Ende.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @Mazi
    gute Analyse!
    Die Politkaste in Deutschland verschenkt und vernichtet die Vermögen der normalen Bürger.
    Diese Verbrecher können nur eine Solidargemeinschaft, nämlich die, die Ihnen und ihren Bimbesquellen ausschließ-
    lich nützt.

    Mit der Euroeinführung und dem Umtauschkurs von 1:1.95583
    haben diese Ganoven begonnen, den Souverän zu vernichten
    und Ihn derartig verarscht, dass man diese Straftaten
    nicht mehr ungesühnt lassen kann.
    Mit den ganzen Rettungsschirmen und Zahlungsversprechnungen
    kommt jetzt das finale Ende.
    Aber der Michel schläft immer noch ..

  • Hoffentlich wird dieser Beitrag auch in EZB, Bundestag, Bundesverfassungsgericht und allen gelesen, die ihre Altersvorsorge in Geldkapital gebildet haben.

    Man muss nur eines bedenken, dass die EZB mit ihrer Nullzinspolitik in Deutschland Banken, Versicherungen und letztlich die gesamte Altersvorsorge zerstört haben.

    Wer soll in Deutschland noch für was gerade stehen (können)?

    Wenn wir eine Solidargemeinschaft sind, dann müssen wir dringend über die Kürzung der Politiker- und Beamtenpensionen reden. Erstens spiegeln sie noch nicht die Ziele der Rentenreform wider und zweitens ist überhaupt kein Kapital für deren Bezahlung vorhanden.

    Aus letzterer Sicht sind sie nämlich bei Null. Es wurde weder von dem Berechtigten noch von dem Zahlungsverpflichteten Vorsorge getroffen.

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