US-Währungshüter
Fed lässt weiteren Zinskurs offen

Die Währungshüter der US-Notenbank (Fed) haben eine große Unsicherheit über ihren weiteren zinspolitischen Kurs erkennen lassen. Dies ergibt zumindest das Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC).

HB WASHINGTON. An den Märkten wurde am Mittwoch indes über eine weitere geldpolitische Straffung bei der Fed-Sitzung Ende Juni spekuliert, da die Protokolle keinen expliziten Hinweis auf eine Zinserhöhungspause enthielten. Über das Ausmaß weiterer Zinserhöhungen und über die Frage, ob diese überhaupt nötig seien, herrsche Unsicherheit, heißt es in dem am Abend (MESZ) veröffentlichten Papier.

Die Fed sehe einerseits Gefahren für einen weiteren Inflationsanstieg, etwa durch höhere Energie- und Rohstoffpreise. Andererseits erkenne die Zentralbank aber auch das Risiko einer konjunkturellen Abschwächung im Zuge der jüngsten Zinserhöhungen und der Abkühlung am Immobilienmarkt an. Die US-Aktienmärkte gaben nach Veröffentlichung der Protokolle leicht nach, blieben jedoch im Plus. Der Dollar legte gegenüber anderen Währungen nach Veröffentlichung der Protokolle kurzzeitig leicht zu.

Analysten sagten, mit dem Protokoll hätten die Währungshüter den Märkten wieder Rätsel aufgegeben. „Das ist ziemlich schwierig zu entschlüsseln“, sagte der Präsident von Delta Global Advisors, Chip Hanlon. Die Kommentare wiesen in mehrere Richtungen, auch wenn die Sorge vor den Inflationsrisiken ein wenig in den Vordergrund rücke. Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte, aus den Protokollen sei keine Festlegung des Gremiums auf eine Zinspause herauszulesen. Vielmehr sei das Dokument ein Eingeständnis der Unsicherheit. „Damit sind wir nun so schlau wie vorher“, konstatierte Logan.

Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) hatte am 10. Mai den Leitzins zum 16. Mal in Folge um 25 Basispunkte auf nunmehr fünf Prozent angehoben. Zudem teilte das Gremium mit, möglicherweise seien weitere Straffungen der Geldpolitik notwendig, um die Inflationsrisiken unter Kontrolle zu halten. In dem Protokoll der Sitzung heißt es, die Währungshüter hätten über mehrere Optionen gesprochen. Diese reichten von einer Zinspause bis zu einer Anhebung des Schlüsselzinses um einen halben Prozentpunkt am 10. Mai.

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