US-Wirtschaft
Die Deflation geht zu Ende

Die Zeiten der Deflation in den USA scheinen vorbei zu sein. Doch jetzt mehren sich die Stimmen, die mittelfristig vor einer drohenden Inflation warnen. Die Argumente, die für ein solches Szenario sprechen sind durchaus realistisch.
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FRANKFURT. Die Zeiten sinkender Preise in den USA gehen zu Ende. Im Oktober lagen die Lebenshaltungskosten zwar noch um 0,2 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Gegenüber September, als der Preisrückgang noch 1,3 Prozent betrug, ist das aber eine drastische Verringerung.

Hinter der starken Bewegung steht vor allem die Entwicklung von vor einem Jahr: Von September auf Oktober 2008 war der Ölpreis nach einem rasanten Anstieg erstmals wieder deutlich zurückgegangen. Damit sinkt der Vergleichswert.

In der Preisentwicklung von Monat zu Monat ist die Deflation ohnehin zu Ende. Nach 0,2 Prozent im September legten die Preise im Oktober nochmal um 0,3 Prozent zu, vor allem weil die Automobilproduzenten die großzügige staatliche Verschrottungsprämie für Preisanhebungen nutzten.

Die meisten Volkswirte sehen in nächster Zeit keine ernsthafte Inflationsgefahr. Harm Bandholz, US-Spezialist der Unicredit, rechnet sogar damit, dass die Kerninflationsrate im kommenden Jahr unter ein Prozent sinkt, weil „die starken Preiserhöhungen bei Autos überhaupt keinen Sinn ergeben, in einem Umfeld, das geprägt ist von Umsätzen nahe dem 27-Jahres-Tief.“

Auf mittlere Sicht gibt es aber durchaus warnende Stimmen. So schreiben die Chefvolkswirte der Deutschen Bank, Thomas Mayer und Peter Hooper, mittelfristig spreche mehr für das Inflationsszenario als dafür, dass die schwache Nachfrage und ein rechtzeitiges Umsteuern der Notenbanken das Inflationspotential dauerhaft an seiner Entfaltung hinderten. Zunehmende Inflationssorgen lassen sich auch am Goldpreis ablesen, der von Rekord zu Rekord eilt. Am Mittwoch stieg der Preis für eine Feinunze auf das Allzeithoch von 1 146 Dollar.

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