US-Wirtschaft
Fed zwischen Hoffen und Bangen

Die US-Notenbank Fed zeigt sich zunehmend optimistisch für eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft. Sorgen bereitet den Mitgliedern der Federal Reserve Bank aber weiterhin der Arbeitsmarkt. Ein Anstieg der Beschäftigung sei in Kürze nicht zu erwarten.
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WASHINGTON. Dies ging aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung vom 3. und 4. November hervor.Die Mitglieder seien zudem der Ansicht, dass ihr Festhalten an der Niedrigstzinspolitik über einen längeren Zeitraum einige negative Nebeneffekte haben könnte. So bestehe die Möglichkeit, dass niedrige Zinsen auf lange Sicht eine übertriebene Risikobereitschaft an den Finanzmärkten schüren könnten.

„Die meisten Mitglieder sehen die Risiken für ihre Wachstumsprognose jetzt ungefähr ausgeglichen und eher nicht abwärtsgerichtet“, heißt es in dem Protokoll. Das US-Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr deutlich weniger schrumpfen als bisher angenommen - nämlich um zwischen 0,4 und 0,1 Prozent. Bisher hatte die Fed noch mit einem Minus von 1,5 und einem Prozent gerechnet. Die zuversichtlichere Einschätzung hellte die Stimmung an der Wall Street auf und begrenzte die Kursverluste.

Die Fed hat ihren Leitzins wegen der schweren Krise auf faktisch null Prozent gesenkt und zuletzt wiederholt bekräftigt, dass er dort noch eine längere Zeit bleiben dürfte. Größte Probleme in den USA sind die knappe Kreditvergabe und der anhaltend schwache Arbeitsmarkt. Erst wenn sich dort die Lage wieder entspannt und wieder mehr Menschen neu eingestellt werden als ihren Job verlieren, dürfte auch die Notenbank zu einer Kehrtwende in der Geldpolitik bereit sein. Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt gesagt, er gehe davon aus, dass sich der jüngste konjunkturelle Aufwärtstrend im kommenden Jahr fortsetzen werde.

Die Fed steckt genau wie die meisten anderen Zentralbanken in dem Dilemma, dass sie nicht genau weiß, ob der Aufschwung selbsttragend ist oder die Wirtschaft lediglich von den Stützungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken hoch gehalten wird. Sollte dies der Fall sein, würde eine zu frühe Rücknahme der ultralaxen Geldpolitik die Konjunktur abwürgen. Zu lange mit dem Ausstieg aus der Politik des extrem billigen Geldes darf die Fed aber auch nicht warten, will sie keinen kräftigen Anstieg der Teuerung riskieren. In dem Protokoll deutete die Fed an, dass mittelfristig kein großes Risiko gesehen werde.

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