US-Wirtschaft
Überraschend starker Jobaufbau

Über 215.000 neugeschaffene Arbeitsplätze in den USA: So ein starkes Plus im November überrascht selbst die Experten, der Dollar legt zu. Doch mit den guten Daten rückt ein Ende der ultralockeren Geldpolitik in Sicht.
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New YorkDie US-Firmen haben zuletzt unerwartet viele Jobs geschaffen und eröffnen der Notenbank damit Spielräume für eine künftig wieder straffere Geldpolitik. Die Zahl der neuen Stellen stieg in den beiden vorigen Monaten um fast 400.000, wie die private Arbeitsvermittlung ADP am Mittwoch mitteilte. Mehr als die Hälfte davon entstand im November. Das Plus von 215.000 überraschte selbst Experten, die im Schnitt nur mit 173.000 gerechnet hatten. Die Daten stehen kurz vor dem offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag besonders im Fokus. Die US-Notenbank Fed wird bei ihrer Sitzung in zwei Wochen ihr Augenmerk auf die Lage am Jobmarkt richten, den sie mit ihren milliardenschweren Geldspritzen stabilisieren will. Ein Ende der ultralockeren Geldpolitik könnte damit in Sichtweite kommen.

Experten sind dennoch uneins, wann der Zeitpunkt kommen wird: „Dieser Bericht spricht eindeutig dafür, dass die Fed im Dezember auf die Bremse tritt“, meint Ökonom Andrew Wilkinson von Miller, Tabak & Co. In New York. Fed-Beobachter Gus Faucher von PNC Financial Services rechnet hingegen frühestens im Januar damit. Zuletzt hatten von Reuters befragte Experten den März als wahrscheinlichsten Zeitpunkt für ein Eindämmen der großen Geldflut genannt.

Angesichts der Aussicht auf ein baldiges Endes der Ära des ultrabilligen Geldes zeichnete sich an den US-Börsen ein schwächerer Handelsstart ab. Auch jenseits des Atlantiks baute der Dax seine Verluste aus und fiel in der Spitze um 1,7 Prozent auf 9070 Zähler. Der Euro, der unmittelbar vor den Daten spürbar angezogen hatte, gab bis auf 1,3571 Dollar nach.

Sollte der Job-Bericht für November besonders gut ausfallen, könnte dies Anhängern einer strafferen Geldpolitik in der Fed-Spitze in die Hände spielen, die auf eine baldige Drosselung des Wertpapierprogramms dringen. Derzeit kauft die Fed Woche für Woche Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sie will erst bei einer nachhaltigen Erholung am Arbeitsmarkt auf die Bremse treten.

Für den am Freitag anstehenden offiziellen Job-Bericht erwarten von Reuters befragte Experten einen Stellenaufbau von 180.000. Dabei dürfte aber nur der Privatsektor für Schwung sorgen, während der Staat unter dem Strich voraussichtlich keine neuen Jobs schaffen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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