USA, Japan und China
Kampf der Währungen

Die Regierungen in den USA, Japan und China drücken ihre Währungen, um ihre Probleme ins Ausland zu exportieren. Während Washington bei der Abwertung des Dollar auf den Status seines Zahlungsmittels als Weltreservewährung vertraut, kämpft Tokio schon länger gegen eine Deflation. Und Peking fürchtet zahlreiche Firmenpleiten bei einer Aufwertung des Yuan.
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USA: Noch sticht der Trumpf des schwachen Dollars

ben. Die aktuelle Dollar-Schwäche spielt der US-Regierung in die Hände. Die Wirtschaft liegt am Boden, und die völlig überschuldeten Verbraucher – bislang die Hauptantriebsquelle für Wachstum in Amerika – tragen ihr Geld nicht mehr in die Geschäfte. Deshalb ist Umdenken angesagt, jetzt soll der Export die Wirtschaft beflügeln. „Wir wollen unsere Exporte in den nächsten fünf Jahren verdoppeln und so zwei Millionen neue Jobs in Amerika schaffen“, gab US-Präsident Barack Obama schon im Frühsommer dieneue Richtung vor. Kaum gab der Dollar Ende September gegenüber dem Euro nach, frohlockten die Experten: „Der Dollar-Verfall ist für unsere Exporte von unschätzbarem Wert“, schrieb Bruce Bittles, Chefstratege bei der Investmentbank Baird, an seine Kunden.

Noch geht Bittles’ Rechnung auf, denn bis auf weiteres ist der Dollar Weltreservewährung. Das bedeutet letztlich, dass die Nachfrage nach dem grünen Schein trotz seines Wertverfalls immer noch so groß ist, dass die US-Regierung ihr galoppierendes Defizit mit immer neuen Schulden billig stopfen kann. Aber irgendwann könnte dieser Trumpf ausgereizt sein.

Heute schon ist für viele Experten die Stützung des Euros durch China ein klares Zeichen dafür, dass die aufstrebende Wirtschaftsmacht nichts dagegen hätte, wenn die europäische Gemeinschaftswährung zumindest teilweise die Rolle des Dollars übernehmen würde. Damit könnte China den Amerikanern, die Peking immer wieder als Währungsmanipulator an den Pranger stellen, beträchtliche Probleme bereiten. Denn wenn der Dollar plötzlich nicht mehr so gefragt ist, muss Washington höhere Zinsen für seine Schulden zahlen.

Deshalb warnen einige Experten schon, Amerika dürfe vor dieser Gefahr nicht die Augen verschließen. „Wer heute sagt, die Refinanzierungskosten der USA sind so gering, da spielt das Defizit keine Rolle, der handelt wie jemand, der vor der Krise behauptet hat, die Immobilienpreise werden immer weiter steigen“, sagte Pimco-Fondsmanager Neel Kashkari.

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