USA
Wenig Hoffnungen auf Trendwende am Arbeitsmarkt

Nichts bräuchte US-Präsident Barack Obama in diesem Wahljahr so sehr wie mehr Wachstum und eine fallenden Arbeitslosenquote. Aber trotz der jüngsten Serie positiver Konjunkturdaten machen ihm Ökonomen nur wenig Hoffnung.
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New YorkEine der wichtigsten, seit Ende der 70er-Jahre diskutierte Daumenregeln der US-Politik lautet: Ein Präsident wird nicht wiedergewählt, wenn die Arbeitslosenquote über sieben Prozent liegt. So gesehen sind die Aussichten für Präsident Barack Obama, eine zweite Amtszeit im Weißen Haus zu erkämpfen, denkbar schlecht. Knapp elf Monate vor der Wahl steht die Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent. Und eine Umfrage der Vereinigung der US-Volkswirte NABE vom vergangenen Wochenende ist eindeutig: Die Mehrheit erwartet kein signifikantes Absinken in diesem Jahr.

Eine Besserung ist kaum in Sicht, weil sich die US-Wirtschaft zwar relativ stetig, aber nur sehr langsam von der Krise erholt. Und das wird wohl – trotz einiger positiver Signale - auch so bleiben. Wenn am Freitag dieser Woche die erste offizielle Schätzung für das Wachstum im vierten Quartal bekannt gegeben wird, rechnen Ökonomen mit immerhin fast drei Prozent. Das wäre das stärkste Wachstum in einem Quartal seit Ende 2010.

Eine Serie guter Konjunkturdaten, vor allem anfänglich starke Einzelhandelsumsätze im frühen Weihnachtsgeschäft, hatten Beobachter schon in Optimismus versetzt, dies könnte ein Vorbote für mehr Wachstum sein. Doch die endgültige Abrechnung der Weihnachtsumsätze zeichnete dann doch ein magereres Bild. Daher halten viele Ökonomen das größere Konjunkturplus für ein Zwischenhoch. „Aus unserer Sicht ging das stärkere Wachstum im zweiten Halbjahr auf Nachholbedarf nach dem schwächeren ersten Halbjahr zurück“, urteilt Ethan Harris, Chefvolkswirt beim zweitgrößten US-Institut Bank of America. Andere Ökonomen, darunter Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jan Hatzius, verweisen zudem auf bislang einen extrem milden Winter, der das Wachstum überzeichne.

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