Verbraucher in Unruhe
Forscher erwarten sinkende US-Häuserpreise

Neue Unruhe in den USA: Die amerikanischen Häuserpreise werden der "New York Times" zufolge in den kommenden Monaten erstmals seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1950 sinken – ein Schock für die hochverschuldeten US-Verbraucher und damit für die Konjunktur.

HB NEW YORK. Die Forschungsgruppe Global Insight prognostizierte erstmals seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1950 einen Rückgang der US-Häuserpreise. Dieser sei zwar moderat: 2007 sei ein Preisverfall von ein bis zwei Prozent zu erwarten, insgesamt dürfte der Rückgang von 2007 bis zum erwarteten Tiefpunkt 2009 vier Prozent betragen, zitierte die "New York Times" die Studie. Trotzdem dürfte die Vorhersage für Aufsehen sorgen.

Schließlich hatten Experten aus Regierungs- und Immobilienunternehmen immer wieder beschworen, ein gesamtamerikanischer Preisverfall sei quasi ausgeschlossen. Sogar Ex-Fedchef Alan Greenspan erklärte einst, der Hausmarkt sei nicht anfällig für Spekulationsblasen.

Viele Amerikaner haben ihre Häuser als einen Art Sparschwein genutzt und gaben - sich in Sicherheit wiegend - mehr aus als ihre Einkommen gestiegen waren. Sie nahmen immer größere Kredite auf ihren Immobilienbesitz auf. Stimmen die Annnahmen der Forschungsgruppe, könnte so mancher US-Hausbesitzer bald eine böse Überraschung erleben.

Laut Global-Insight-Prognose kommen schon Befürchtungen auf, dass die Verbilligung eine Rezession auslösen könnte. Mit großer Spannung werden daher die nächsten Zahlen der US-Regierung zum Häusermarkt erwartet.

In der vergangenen Woche hatte bereits die US-Hypothekenbank Countrywide Financial vor einer Rezession gewarnt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies nicht eine erhebliche Wirkung hat auf die Psyche der Amerikaner und schließlich auf ihr Portemonnaie“, sagte Unternehmenschef Angelo Mozilo mit Blick auf die Probleme der Branche. Ein Ende der Krise sei nicht Sicht.

Mozilo sprach von einer „sehr ernsten Situation“. „Diese Umgebung bessert sich im Moment sicherlich nicht“, erklärte er. Im Zuge der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt waren Countrywide und andere Unternehmen der Branche zuletzt in ernste Liquiditätsprobleme geraten. Wegen steigender Zinsen bei gleichzeitig fallenden Häuserpreisen können seit einiger Zeit viele US-Immobilienbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Besonders bei den schlecht besicherten Darlehen (“subprime mortgages“) kam es vermehrt zu Ausfällen. Dutzende Anbieter von Baufinanzierungen mussten sich daher bereits aus dem Markt verabschieden oder gingen pleite.

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