Verbraucher
Ökonomen sehen in Konsumenten auch 2008 keine große Stütze

Sie sind die großen Hoffnungsträger für das laufende Jahr – und doch blicken einige Ökonomen voller Skepsis auf sie: die privaten Verbraucher. Zwar werden die Menschen in diesem Jahr voraussichtlich mehr Geld als 2007 ausgeben – doch die deutsche Konjunktur hängt weiter stark am Ausland.

FRANKFURT. Die Haushalte in Deutschland dürften in diesem Jahr zwar mehr Geld ausgeben als zuletzt. Um den privaten Konsum aber deutlich und nachhaltig anzukurbeln, sind strukturelle Änderungen des Lohnsystems notwendig. Diese Auffassung vertraten führende Volkswirte im „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblattes.

„Deutschland wird extrem auslandsabhängig bleiben“, sagte der Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer. Wegen der Vielzahl der globalen Risiken – starker Euro, Krise auf den weltweiten Finanzmärkte und teure Rohstoffe – rechnen sowohl Unternehmen als auch Ökonomen aber mit schwächeren Zuwachsraten des Exports im laufenden Jahr. Der private Konsum, so die Hoffnung vieler Beobachter, müsse daher dringend in Gang kommen. Die vergangenen Jahre machen dafür allerdings wenig Mut: Im Jahr 2007 hatte der Konsum das Wirtschaftswachstum sogar gebremst.

„Die verfügbaren Einkommen werden in diesem Jahr steigen, die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird sich weiterhin bessern – wenn auch weniger dynamisch“, sagte der Chefvolkswirt der Deka-Bank Ulrich Kater in der Handelsblatt-Diskussionsrunde. Beides werde dafür sorgen, dass die Menschen mehr Geld ausgeben als 2007, dem Jahr der Mehrwertsteuererhöhung. „Aber die desaströse Konsumentwicklung am Jahresende zeigt, wie langsam der Prozess in Gang kommen wird“, so Kater.

Im vierten Quartal war der private Konsum um real 0,8 Prozent im Vorquartalsvergleich gesunken. Vor allem die hohen Nahrungsmittel- und Energiepreise dürften ihn gebremst haben. Im Februar waren die Verbraucherpreise insgesamt nominal 2,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Daten des Einzelhandels, der rund 30 Prozent des privaten Konsums ausmacht, deuteten zuletzt aber auf ein verändertes Konsumverhalten hin: Die Branche setzte im Januar mehr um als erwartet, meldeten die Statistiker und korrigierten zudem die Zahlen der beiden Vormonate nach oben. Im Januar waren die Umsätze gegenüber dem Vormonat real um 1,6 Prozent gestiegen. Die höhere Zufriedenheit der Einzelhändler mit der aktuellen Geschäftslage und die gewachsene Zuversicht für die künftigen Monate waren es auch, die den Ifo-Index überraschend im Februar nach oben getrieben hatten.

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