Verbraucherpreise
Energiekosten treiben Inflationsrate auf Zwei-Jahres-Hoch

Die Preise sind im April auf ein Zwei-Jahres-Hoch geklettert. Deutsche Verbraucher mussten für Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 2,4 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.
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Berlin

Deutsche Verbraucher mussten für Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 2,4 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach endgültigen Berechnungen mit. "Eine noch höhere Teuerungsrate für Deutschland wurde zuletzt im September 2008 mit 2,9 Prozent ermittelt", schrieben die Statistiker.

Bereits im Februar und März hatte das Plus mit 2,1 knapp über der Marke von zwei Prozent gelegen, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht.

Wegen steigender Inflationsrisiken hatte die EZB im April zum ersten Mal seit knapp drei Jahren ihren Leitzins angehoben. Sie wird dies nach Prognose von Experten in diesem Jahr noch weitere zwei Mal tun. Viele Fachleute rechnen in den kommenden Monaten mit noch schneller steigenden Preisen, weil die Unternehmen höhere Kosten im Aufschwung leichter an die Verbraucher weiterreichen können. Die führenden Institute und die Bundesregierung erwarten 2011 eine Teuerungsrate von 2,4 Prozent.

Energiekosten stark angestiegen

Preistreiber Nummer eins war einmal mehr Energie, ohne die die Inflationsrate nur bei 1,5 Prozent gelegen hätte. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 26,7 Prozent, Benzin und Diesel um zwölf Prozent. Strom kostete 7,7 und Gas 3,6 Prozent mehr. Die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme zogen um 7,1 Prozent an. Für Nahrungsmittel mussten zwei Prozent mehr bezahlt werden.

Butter wies hier mit plus 28,7 Prozent die größte Preissteigerung auf. Wegen der Osterferien verteuerten sich Flugreisen um 13,8 Prozent und Pauschalreisen um 10,5 Prozent.

Auch im Großhandel zogen die Preise im April erneut kräftig an. Sie erhöhten sich um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März hatte es mit 10,9 Prozent den stärksten Anstieg seit 30 Jahren gegeben. Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation, weil der Handel höhere Kosten teilweise an seine Kunden weitergibt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bezeichnenderweise wird für private Konsumenten das sonst kaum beachtete Einkaufsgut Strom und Gas spannend, wenn es um Preiserhöhungen der Stromanbieter geht oder wenn das Thema Energiepreise in der Presse diskutiert wird. Höheren Preisen kann der Konsument jedoch durch mehr Wettbewerb bzw. durch mehr Anbieterauswahl entgehen. Das Wechseln des Anbieters von Energie, also von Strom und Gas funktioniert stetig besser. Das Wechselverhalten aus akademischer, theoretischer Sicht sowie Literatur und Einschätzungen zum Konsumentenverhalten im Energiebereich finden sich unter http://www.kloubi.de.

  • Würde mich mal dafür interessieren, wie die 2,4 Prozent Zustande gekommen sind. Alle hier aufgeführten Bereiche haben deutlich höhere Teuerungsraten. Am Ende sind es aber nur 2,4 Prozent gesamt. Um den Wert soweit nach unten anpassen zu können, müsste ja auch einiges günstger geworden sein. Aber was soll das sein? Werden wir wieder nur belogen?

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