Verbraucherpreise steigen, Arbeitslosigkeit auf Siebenjahres-Tief
Japanische Zentralbank bleibt bei Null-Zins-Politik

Ungeachtet der angekündigten Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik hat die Bank von Japan die Leitzinsen am Freitag trotz weiter gestiegener Verbraucherpreise unverändert belassen. Der einstimmig beschlossene Schritt des geldpolitischen Ausschusses der Zentralbank war von Analysten erwartet worden. Erfreuliche Konjunkturnachrichten gab es zugleich von Seiten der Industrieproduktion und vom Arbeitslosenmarkt.

HB TOKIO. Die Verbraucherpreise in Japan stiegen im März den vierten Monat in Folge. Damit ist weiter eine langsame, aber stetige Abkehr von der Deflation signalisiert, was zu steigenden Zinsen in Japan führen dürfte.

Der Anstieg der Kernrate im Jahresvergleich fiel nach Regierungsangaben vom Freitag mit 0,5 Prozent aber geringer aus als von Volkswirten erwartet. Diese hatten einen Zuwachs von 0,6 Prozent erwartet. In der Kernrate sind die schwankungsanfälligen Preise für verderbliche Lebensmittel nicht berücksichtigt.

Die anhaltende Teuerung in Japan bekräftigt die Erwartungen vieler Volkswirte, dass die Bank von Japan ihre ultra-lockere Geldpolitik bald straffen könnte. In Japan waren die Preise von Mitte 1998 an über Jahre hinweg gesunken. Die Zentralbank hatte angekündigt, Voraussetzung für einen Wechsel in der Zinspolitik sei eine Stabilisierung der Teuerungsraten bei über null Prozent.

Die Bank von Japan war im vergangenen Monat zu einer konventionellen an Zinsen ausgerichteten Vorgehensweise zurückgekehrt. Der Umschwung in der Geldpolitik gilt als erstes Signal für eine künftige Zinserhöhung und als Beleg dafür, dass die Bank eine sieben Jahre lange Bekämpfung der Deflation im Land erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Experten warteten am Freitag nun mit Spannung auf einen Bericht des Geldinstituts - davon erhofften sie sich Aufschlüsse, wann es mit den Zinserhöhungen losgehen könnte. Manche Investoren rechneten mit einem ersten solchen Schritt im Juli.

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