Verbraucherstimmung unverändert
Konsumfrühling noch nicht in Sicht

Der Konsum in Deutschland kommt auch im Frühjahr nicht in Schwung. Das GfK-Konsumklima für März verharrte bei 4,5 Punkten. Die Konjunkturerwartung brach hingegen ein. Volkswirte reagierten eher Verhalten auf die Zahlen, sahen aber auch „ein paar Hoffnungszeichen“.

HB NÜRNBERG. Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Februar nicht verändert. Angesichts zu erwartender deutlicher Lohnsteigerungen habe sich zwar die Einkommenserwartung um 4,2 auf minus 0,5 Punkte verbessert, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung brach dagegen um 14,1 Punkte ein. Mit einem Wert von 14,6 Punkten präsentierte sich die Konjunkturerwartung im Februar auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie zuletzt Ende 2006.

Angesichts steigender Preise halten sich die Verbraucher auch mit größeren Anschaffungen weiter zurück. Der entsprechende Wert sank um 6,2 Punkte auf minus 15 Punkte. Somit verharrt der Konsumklima-Index bei 4,5 Punkten. Ein Konsumfrühling sei noch nicht in Sicht, hieß es. Voraussetzung dafür, dass der private Verbrauch eine positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland leisten könne, seien eine anhaltend gute Lage am Arbeitsmarkt und akzeptable Preise für Energie und Lebensmittel.

Volkswirte reagierten eher Verhalten auf die Zahlen:

Bernd Weidensteiner, DZ Bank: „Es spricht einiges dafür, dass wir eine leichte Belebung des Konsums sehen können. Vor allem die steigende Beschäftigung und höhere Einkommen müssten sich positiv auswirken. Die Bäume wachsen aber nicht in den Himmel. Das liegt vor allem an den steigenden Preisen, etwa für Benzin und Diesel. Das spüren die Verbraucher im Geldbeutel. Es gibt aber ein paar Hoffnungszeichen, etwa den Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas im Einzelhandel.“

Matthias Rubisch, Commerzbank: „Das GfK-Konsumklima bewegt sich weiterhin auf einem eher mäßigen Niveau. Darauf kann man nicht richtig aufbauen. Auf Jahressicht spricht der Indikator derzeit eher nur für ein Plus von 0,5 Prozent beim privaten Konsum.Es gibt also weiter ein Risiko, dass der private Konsum schwächer läuft als von den meisten noch vor Monaten erwartet. Die Energiepreise steigen weiter, dies war sicher auch ein Grund für den schwachen Verbrauch im vierten Quartal. Von der Seite gibt es bisher noch keine Entlastung.“

Thorsten Polleit, Barclays: „Das ist ein positives Ergebnis, wenn man die steigende Teuerung bedenkt. Das Ergebnis deutet zumindest eine Stabilisierung beim Konsum an, nachdem er Ende 2007 noch kräftig gesunken war. Die hohe Inflation ist aber eine große Belastung für den Konsum. Die Hoffnung, dass der private Konsum in diesem Jahr zur Konjunkturstütze werden kann, lässt angesichts steigender Energie- und Rohstoffpreise nach. Die privaten Haushalte werden über die steigenden Preise belastet. Das kostet Kaufkraft.“

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