Verbrauchervertrauen bricht ein
Italiener bangen um ihre Jobs

Die starke Teuerung und die Sorge um ihren Arbeitsplatz haben das Vertrauen der Italiener in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes erschüttert.

HB ROM/BERLIN. Das entsprechende Barometer sackte im Juni um 4,1 auf 95,8 Punkte ab, wie das Forschungsinstitut ISAE am Dienstag mitteilte. Damit ist das Vertrauen so niedrig wie seit rund 15 Jahren nicht mehr.

Die Südeuropäer treibt insbesondere die Sorge um ihre Kaufkraft um, die durch die Preisexplosion beim Sprit und die teuren Lebensmittel ausgehöhlt wird. Italien-Experte Andreas Scheuerle von der DekaBank sieht Parallelen zu Frankreich: „Die italienischen Verbraucher starren wie ihre Nachbarn auf die Inflation, die sie massiv verunsichert.“

Auch die Franzosen plagen massive Zukunftsängste. Das Verbrauchervertrauen sank dort im Juni auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Umfragen vor mehr als 20 Jahren. In Italien hatte sich nach dem überraschend deutlichen Wahlsieg von Ministerpräsident Silvio Berlusconi das Vertrauen im Mai ein wenig gefestigt. Die Hoffnung, dass sich dieser Trend verstetigen könnte, ist nun vorerst dahin. „Die Bewertung der Konsumenten ist insgesamt pessimistischer – das hängt mit den höheren Preisen, aber auch mit dem negativen Trend bei den verfügbaren Einkommen zusammen“, sagt Paolo Mameli von Intesa Sanpaolo.

Die Italiener schätzen insbesondere auch die Aussichten für den Arbeitsmarkt deutlich schlechter ein als im Juni. „Das wird nicht ohne Auswirkungen auf den Konsum bleiben, der weiterhin nicht so richtig in Gang kommen wird“, sagte Lavinia Santovetti von Lehman Brothers voraus.

Der schwache Privatkonsum hat in den vergangenen Jahren das Wachstum in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone belastet.

Die DekaBank geht davon aus, dass die Wirtschaft nach dem relativ starken Auftaktquartal im weiteren Jahresverlauf praktisch stagnieren wird. Das regierungsnahe italienische Forschungsinstitut ISAE geht von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,4 Prozent aus. Die Inflation veranschlagt das Institut im Jahresdurchschnitt auf 3,6 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise mittelfristig bei einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

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