Verbrauchervertrauen Stimmung in den USA ist überraschend gut

Das Vertrauen der Verbraucher ist überraschend stark auf den höchsten Wert seit April 2011 gestiegen. Die Schwächephase scheint damit überwunden. Doch von einer langfristigen Trendwende wollen Experten noch nicht reden.
Update: 27.12.2011 - 17:11 Uhr 8 Kommentare
Die Konsumenten in den USA sind guter Stimmung. Quelle: Reuters

Die Konsumenten in den USA sind guter Stimmung.

(Foto: Reuters)

WashingtonDas Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im Dezember überraschend deutlich aufgehellt. Der Index stieg auf 64,5 Punkte von revidiert 55,2 Zählern im November, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit April, nachdem das Barometer im Oktober noch auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren gefallen war. Analysten hatten im Schnitt für Dezember nur mit 58,3 Punkten gerechnet.

„Die Verbraucher sind optimistischer, dass die Geschäftslage, die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sowie ihre finanzielle Situation weiterhin besser werden“, meinte Lynn Franco vom Conference Board. Zwar habe sich die Stimmung zum Jahresende zum Besseren gedreht, es sei aber noch zu früh, um von einer langfristigen Trendwende zu sprechen.
Nigel Gault, Chefökonom von IHS Global Insight Inc. in Lexington, Massachusetts sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Die Verbraucher erfahren derzeit eine Kombination aus anziehenden Kursen am Aktienmarkt, einer Aufhellung bei der Arbeitslosenlage und zugleich niedrigere Benzinpreise.“ Absolut gesehen handele es sich aber immer noch um einen niedrigen Vertrauenswert.

Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Derzeit gilt der schwache Arbeitsmarkt als Haupthindernis für ein stärkeres Wachstum der US-Wirtschaft. Zuletzt gab es jedoch vereinzelt Lichtblicke bei der Beschäftigung.

Der Eurokurs reagierte kaum auf die überraschend guten Daten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,3065 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3069 (Freitag: 1,3057) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7652 (0,7659) Euro.

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8 Kommentare zu "Verbrauchervertrauen: Die Stimmung in den USA ist überraschend gut"

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  • Hier die harten Zahlen:

    Die saisonbereinigte Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) aus Civilian Labor Force Level (Arbeitskräfte, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) und dem Civilian Noninstitutional Population Level (arbeitsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre) sank im November 2011 auf 64,0% und liegt damit nur um +0,1 Prozentpunkte über dem langfristigen Tief von Juli 2011. Bei der unbereinigten Erwerbsquote wurde mit 63,9% im November 2011 sogar das bisherige Tief erreicht.
    (...)

    Die Zahl der saisonbereinigten, dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung stehenden Arbeitskräfte, Erwachsene ab 16 Jahre (Not in Labor Force) seit Januar 1990 im Chart! Im November 2011 wurde ein neues Allzeithoch mit 86,558 Millionen Arbeitskräften erzielt, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung standen, ein Anstieg von +487’000 zum Vormonat und von +1,793 Millionen zum Vorjahresmonat! Not in Labor Force ist das Wachstumssegment im US-Arbeitsmarktbericht und dient eindeutig zur Verschleierung der wahren Situation am US-Arbeitsmarkt!

    usw. usf.

    Quelle obiger Zitate mit Charts zu den statistischen Daten:
    http://www.querschuesse.de/orwellscher-us-arbeitsmarktbericht/

  • Die Stimmung in den USA ist überraschend gut.... ja, und morgen ist sie wieder im Keller. Solche Berichte kann man doch schon lange nicht mehr ernst nehmen. Man müßte wenigstens jedesmal erwähnen, wen man denn da fragt.

  • Die Stimmung in den USA ist überraschend gut....
    ja, und nächste Woche ist die Stimmung wieder im Keller. Solche Berichte kann man doch schon lange nicht mehr ernst nehmen. Um einigermaßen aussagekräftig zu sein, müßte man jedesmal wenigstens angeben, wen man da befragt.

  • Gabin, ganz ruhig bleiben. Schauen Sie mal darauf, von wem dieses Machwerk kommt: Reuters/DPA

    Haben Sie bei denen schon mal Qualität gesehen?
    Ich habe den Eindruck, daß die zuerst die Überschrift, sprich Tendenz, festlegen und dann einen mehr oder weniger passenden Artikel zusammenschustern. Fakten die nicht passen, werden eben weggelassen. Zumal bei USA-Themen merkt man eben immer wieder, daß die in Berlin (bei dpa und niczht nur bei der Regierung) keine Ahnung haben, was über dem Atlantik vorgeht.

    Ich frage mich ja immer, warum das HB immer noch Artikel von denen übernimmt. Findet da keine Qualitätskontrolle statt? Offensichtlich nicht. Das winkt der Assi vom Dienst durch, damit er mit seinen Followers bei Gezwischer oder Fratzenbuch kommunizieren kann. Zuerst das Vergnügen und dann die Arbeit.

  • 42 Millionen US-Amerikaner brauchen Essensmarken und die Schulden und Schuldenuhr der USA hat die Marke von 15 Billionen Dollar geknackt.


  • das ist doch ein Witz,alles getürkt....
    hier fürs Handelsblatt, http://www.shadowstats.com/
    mal schauen wie lange der Nicolaus noch druckt ?

  • das ist doch ein Witz,die Daten sind doch getürkt
    hier fürs Handelsblatt....http://www.shadowstats.com/
    mal schauen wie lange der Nicolaus noch druckt ?

  • Ich versteh die Überschrift nicht! Werden da auch die gut 100 Mio. Amerikaner befragt die an der Armutsgrenze leben oder aus dieser Gruppe vielleicht die stark zunehmende Zahl der jetzt schon knapp 50 Mio. Menschen (also 1/6 der Amerikaner) die <em>nur noch</em> mit „Foodstamps“ existieren können? Der durch den Artikel erweckte Anschein, es könne jetzt wieder durchgeatmet werden, ist doch an sich nicht mehr als die Dauer-Verharmlosungs-Durchhalte-Parole die wir schon seit Beginn der Krise hören.

    http://qpress.de/2011/08/02/usa-siecht-auf-ganzer-linie-und-bleibt-damit-aaa/

    Sind die Amerikaner tatsächlich so hart gesotten dass die für das „AAA“ ihres Landes auch verhungern würden, nur damit der amerikanische Traum nicht stirbt? Gut eine Handvoll Leute lebt diesen Traum ja auch tatsächlich. Aber irgendwas ist da in den USA ziemlich kaputt … vielleicht gar das Vertrauen?

    Oder habe ich jetzt übersehen, dass hier Menschen die nichts mehr verbrauchen können, weil nicht mehr bezahlbar, beim der Befragung zum „Verbrauchervertrauen“ unerheblich sind? Unter diesem Aspekt wäre es verständlicher.

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