Verschlechterte Abschreibungsbedingungen
Investitionsgüternachfrage gibt nach

Die Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten gab im Januar stärker nach als von Bankvolkswirten erwartet. Die Auftragseingänge sanken gegenüber Dezember um 1,5 Prozent, die Ökonomen hatten dagegen nur ein Minus von maximal einem halben Prozent erwartet.

ari DÜSSELDORF. Die Differenz zwischen tatsächlichem Rückgang und den Erwartungen relativiert sich allerdings, wenn man berücksichtigt, dass die Nachfrageentwicklung revidierten Zahlen zufolge im Dezember nicht ganz so schlecht ausgefallen war wie ursprünglich gemeldet. Im letzten Monat vergangenen Jahres waren die Auftragseingänge insgesamt nur um 1,1 Prozent gegenüber November gesunken und nicht um 1,7 Prozent, teilte das Bundeswirtschaftministerium mit.

Die Bankvolkswirte hatten den zweiten Rückgang in Folge als technische Reaktion schon deshalb erwartet, weil die Auftragseingänge bis November wegen überdurchschnittlich hoher Großaufträge besonders kräftig gewachsen waren. Auch das Ministerium spricht von einem „Rückpralleffekt“. Der Grund: Der Umfang der Großaufträge war für einen Januar zwar überdurchschnittlich, aber nicht so üppig wie noch im vierten Quartal vergangenen Jahres.

Der schwächere Jahresauftakt bei den Bestellungen ist außerdem teilweise auf eine Änderung im Steuerrecht zurückzuführen. Da die degressive Abschreibung seit Jahresbeginn weggefallen ist und die Abschreibungsbedingungen insgesamt verschärft wurden, war es im vergangenen Jahr zu vorgezogenen Aufträgen und Käufen von Investitionsgütern gekommen. Diese Vorzieheffekte fehlen jetzt. Besonders deutlich lässt sich dieser Effekt bei den Investitionsgütern ablesen: Sie erhielten im Januar 3,5 Prozent weniger Bestellungen aus dem Inland als noch im Dezember, in dem sie auf Monatssicht noch 1,7 Prozent mehr neue Aufträge erhalten hatten. Bei den Investitionsgüterherstellern fiel deshalb auch der Rückgang der Inlandsbestellungen höher aus als bei den Vorprodukte- und Konsumgüterbranchen. Insgesamt sanken die Inlandsorders um 1,9 Prozent. Die Auslandsbestellungen gaben um 1,3 Prozent nach, bei Investitionsgütern hingegen nur um 0,7 Prozent.

Als „bemerkenswert“ vermerkte das Ministerium, dass die Nachfrage nach Konsumgütern aus dem Inland zum zweiten Mal in Folge gestiegen ist. Die Auftragseingänge waren im Januar um 0,6 Prozent höher als im Vormonat und milderten den jüngsten Nachfragerückgang aus dem Ausland. Das Minus bei Konsumgütern insgesamt war mit 0,6 Prozent gegenüber Dezember deshalb auch das geringste aller Industriebereiche. Bankvolkswirte, so Alexander Koch von UniCredit/HVB, bezeichneten die höheren Orders für Konsumgüter aus dem Inland als Hoffnungsschimmer für eine Stabilisierung des privaten Verbrauchs zu Jahresbeginn.

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