Versorgungsperspektiven bei wichtigen Metallen kritisch
IW: Deutschland droht Rohstoff-Engpass

Alarmierende Studie des IW: Die deutsche Wirtschaft wird demnach weniger von Versorgungsrisiken und hohen Öl- und Gaspreisen bedroht als von Engpässen bei einigen Metallen. Das Institut warnt davor, dass Rohstoffe als politisches Druckmittel missbraucht werden könnten. „Es geht um die Kernbereiche der Industrie.“

HB BERLIN. Trotz eines Rückgangs der hohen Rohstoffpreise in der letzten Zeit gibt es nach Auffassung des industrienahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) „keinen Grund zur Entwarnung“. Im Gegenteil: In einer neuen Studie bezeichnet das IW die Rohstoffabhängigkeit als „Achillesferse“ Deutschlands.

Die Rohstoffrechnung der Bundesrepublik sei innerhalb von zwei Jahren um 72 Prozent gestiegen - und das bei gleichbleibenden oder sogar leicht sinkenden Importmengen, erklärte das Kölner Institut. Während die Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas zwar derzeit nicht gefährdet sei, seien die Versorgungsperspektiven bei wichtigen Metallen kritisch.

Das IW warnt davor, dass Rohstoffe als politisches Druckmittel missbraucht werden könnten. „Es geht hier um Rohstoffe, die für die deutsche Wirtschaft von hoher Bedeutung sind“, warnte IW-Dirktor Michael Hüther. Es gehe hier um Grundstoffe, die in den Industriebereichen Edelstahl, Chemie, Flugzeugbau, Fahrzeugbau, Medizin- und Umwelttechnik verwendet würden. Auch bei anderen Metallen sei die Lage kritisch. Bedroht seien Kernbereiche der Industrie.

Metalle wie Chrom, Molybdän und Niob, die zur Herstellung von Edelstahl und in der Chemischen Industrie verwendet werden, würden nur von wenigen Ländern und Unternehmen angeboten. Diese Marktmacht ermögliche es, die Versorgung politisch zu verknappen, etwa durch Exportbeschränkungen. Geboten sei daher eine internationale Wirtschaftspolitik, die den Freihandel fördere, Investitionssicherheit schaffe und die Suche nach neuen Produktionsverfahren unterstütze.

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