Vertrauen abgesackt
Französische Verbraucher haben den Blues

Von Tiefpunkt zu Tiefpunkt: Das Verbrauchervertrauen der Franzosen ist so mies wie lange nicht mehr. Volkswirte sehen schon erste Auswirkungen fürs Wirtschaftswachstum der Grande Nation.

HB PARIS. Erst die USA, jetzt auch Frankreich: Die französischen Verbraucher sind so pessimistisch gestimmt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank im Mai um drei Zähler auf minus 41 Punkte, wie das Statistikinstitut Insee am Mittwoch mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit dem Start der monatlichen Umfrage 1987. Die Daten beruhen auf der Befragung von Privathaushalten. Der Index bildet den Saldo zwischen optimistischen und negativen Einschätzungen ab.

Im April lag die Inflationsrate in Frankreich bei 3,4 Prozent, nachdem sie im März bei stolzen 3,5 Prozent gelegen hatte - dem höchsten Wert seit 12 Jahren, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Konsequenz für viele Verbraucher: Sie geben weniger aus. Und zwar zum dritten Mal in vier Monaten.

Außerdem greifen viele Käufer als Reaktion auf die steigenden Preise verstärkt zu billigen Handelsmarken, wie die französische Zeitung "Le Monde" am Montag unter Berufung auf Arnaud Mulliez, Vorstand der Supermarktkette Auchan France, berichtet.

Das Wirtschaftswachstum wird "weniger Lebhaft in den kommenden Quartalen, da die französischen Konsumenten ein wenig streiken, oder aber zumindest weniger aktiv Geld ausgeben werden", sagt Bruno Cavalier, Volkswirt von Oddo & Cie, in einem Interview mit Bloomberg Television.

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