Verzerrtes Bild
Industrie erhält weniger Aufträge

Die deutschen Industrieunternehmen haben im April weniger Aufträge bekommen. Das Bundeswirtschaftsministerium revidierte zudem den zunächst für März gemeldeten Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 1,1 Prozent nach unten. Großaufträge hatten das Bild verzerrt.

doh DÜSSELDORF. Die deutsche Industrie hat im April erstmals nach zwei starken Anstiegen sinkende Auftragseingänge verbucht. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Order um 1,2 Prozent saison- und kalenderbereinigt. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Zugleich revidierte das Haus den zunächst für März gemeldeten Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 1,1 Prozent nach unten.

Volkswirte und Bundeswirtschaftsministerium relativieren ebenso den deutlichen Rückgang mit dem in den beiden Vormonaten überdurchschnittlich großen Umfang an Großaufträgen. Andreas Scheuerle von der Dekabank hatte sogar einen „noch viel stärkeren Rückpralleffekt“ erwartet. „Dass es besser kam, lag daran, dass es auch im April überdurchschnittlich viele Großaufträge gab, zum Beispiel zwei Luxuskreuzer für die Meyer-Werft in Papenburg“, erläuterte er.

Wie gut die Auftragslage der deutschen Industrie derzeit ist, zeigt auch der Zweimonatsvergleich. Im März und April kletterten die Order des verarbeitenden Gewerbes um 2,6 Prozent verglichen mit den beiden Vormonaten. In diesem Zeitraum erhöhte sich vor allem die Nachfrage aus dem Ausland um mehr als drei Prozent. Die Inlandsnachfrage stieg auch, mit einem Plus von 1,6 Prozent aber deutlich schwächer.

Der aktuelle Rückgang schlägt sich vor allem bei den Vorleistungsgüterproduzenten nieder: Hier sanken die Order im April um 2,2 Prozent. In kleinerem Umfang, um 0,7 Prozent, gingen sie bei den Herstellern von Investitionsgütern zurück. Steigende Aufträge verbuchten dagegen die Konsumgüterproduzenten: Hier stiegen die Aufträge deutlich um 1,3 Prozent.

Insgesamt sei die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen „weiterhin lebhaft“, kommentierte das Wirtschaftsministerium. Auch die Aussichten für die Entwicklung der Industrieproduktion seien weiterhin „günstig“. Viele Bankökonomen waren trotz des Rückgangs ebenfalls zuversichtlich für die kommende Entwicklung und verwiesen auf die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und die florierende Weltwirtschaft.

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