Viele Waren werden im Ausland produziert
Zwei Fünftel deutscher Exporte werden vorher importiert

Der Anteil der Importe am deutschen Export ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und beträgt mittlerweile fast 40 Prozent. 2002 bestanden die deutschen Exporte zu 38,8 Prozent aus zuvor importierten Produkten, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

HB WIESBADEN. 1995 habe der Importanteil der Exporte lediglich knapp 30 % betragen. Weil ein immer geringerer Teil der deutschen Ausfuhren auch tatsächlich in Deutschland produziert wird, bezweifeln einige Volkswirte, dass der derzeitige Exportboom bald die schwache Binnenwirtschaft ankurbelt und neue Arbeitsplätze schafft. Ihrer Ansicht nach entwickelt sich Deutschland zu einer „Basar-Ökonomie“, die günstige und hochwertige Waren „made in Germany“ in alle Welt verkauft, die aber zum Großteil gar nicht mehr hier zu Lande produziert werden.

Von 1995 bis 2002 stiegen die Exporte im Schnitt pro Jahr um gut 8 %, die direkt vom Export verursachten Importe kletterten jedoch um durchschnittlich gut elf Prozent. Die Ausfuhr von importierten Gütern legten sogar um knapp 15 % pro Jahr zu.

Trotz des wachsenden Importanteils an den Ausfuhren profitierte die Wirtschaft wegen des starken Exportwachstums auch von der gestiegenen ausländischen Nachfrage nach den in Deutschland hergestellten Produkten. Der Beitrag der Exporte zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von gut 16 % 1995 auf knapp 21 % im Jahr 2002. „Die Exporte haben in diesem Zeitraum somit per saldo überdurchschnittlich stark zum nominalen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland beigetragen“, erklärten die Statistiker. Der dämpfende Effekt des steigenden Importanteils an den Exporten sei durch das schnelle Exportwachstum überkompensiert worden.

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