Volkswirte hatten mit noch stärkerem Anstieg gerechnet
USA: Leistungsbilanzdefizit steigt auf Rekordniveau

Im dritten Quartal ist das Leistungsbilanzdefizit in den USA auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Das Defizit habe 164,7 Mrd. Dollar betragen, teilte das US-Handelsministeriums am Donnerstag in Washington mit. Der Dollar hat sich etwas erholt, da Experten mit einem höheren Anstieg des Leistungsbilanzdefizits gerechnet hatten.

HB WASHINGTON. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Zuwachs auf 170 Mrd. Dollar gerechnet. Das Defizit macht damit rund 5,6 % des Bruttoinlandsprodukts der weltgrößten Volkswirtschaft aus. Der größte Teil des Fehlbetrags ging weiter von einem enormen Importüberschuss im Handel mit Gütern aus. Der Fehlbetrag war trotz des anhaltend schwachen Dollar auf ein Rekordniveau von rund 55,5 Mrd. Dollar von revidiert 50,9 Mrd. Dollar im Vormonat gestiegen.

„Der größte Teil der Leistungsbilanz war durch die Handelsdaten bekannt. Deshalb war eine Menge bereits eingepreist“, sagte die Devisenexpertin Meg Brown von Brown Brothers Harriman in New York. Das Defizit sei nicht so hoch ausgefallen wie erwartet, deshalb könne man davon ausgehen, dass sich der Dollar halten werde, fügte sie hinzu. Die US-Währung erholte sich nach den Daten etwas. Im späten New Yorker Nachmittagshandel wurde der Euro mit 1,3285 Dollar gehandelt nach 1,3301 Dollar im frühen Geschäft. Bob Sinche von der Bank of America sagte, da der Dollar seit einiger Zeit unter Verkaufsdruck gestanden habe, hätten die Daten den Händlern eine gute Chance geliefert, Positionen glatt zu stellen und Gewinne mitzunehmen.

Das historisch hohe US-Leistungsbilanzdefizit gilt als einer der Hauptgründe für die Schwäche des Dollar, da die USA zur Finanzierung des wachsenden Fehlbetrags immer mehr ausländisches Kapital benötigen. Bleibt dieses aus, droht eine massive Dollar-Abwertung.

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