Volkswirte überrascht
Exporte trotzen der Euro-Stärke

Die deutschen Exporte sind im Oktober gestiegen. Die Unternehmen verkauften laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von 88,9 Milliarden Euro ins Ausland und damit 6,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

HB BERLIN. Im Vergleich zum September legten die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent zu. Analysten hatten hier im Schnitt mit einem Rückgang von 0,2 Prozent gerechnet.

Gleichzeitig wurden Waren im Wert von 70,1 Milliarden Euro importiert. Das waren 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zum September 2007 gab es bereinigt einen Anstieg um 0,2 Prozent.

Die Handelsbilanz schloss im Oktober mit einem Überschuss von 18,7 Milliarden Euro. In der Leistungsbilanz stand unter dem Strich ein Plus von 13,7 Milliarden Euro.

Volkswirte sagten in ersten Reaktionen: „Die Exporte sind besser ausgefallen als gedacht. Das hängt auch damit zusammen, dass wie schon in den vergangenen zwei Jahren überdurchschnittlich viele Großaufträge eingegangen sind“, meinte Sebastian Wanke von der Dekabank. „Gleichzeitig wird die starke Euro-Aufwertung erst Mitte nächsten Jahres so richtig sichtbar werden und größere Bremsspuren hinterlassen. Im Moment werden die Folgen des starken Euro etwas abgefedert durch die kräftige Nachfrage aus anderen Euro-Ländern und den EU-Staaten.“

Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank ergänzte: „Deutschland scheint ganz gut mit der konjunkturellen Entwicklung in der Welt zurechtzukommen, ist also Gewinner der Globalisierung. Dass der Euro nicht stark durchgeschlagen hat, liegt auch daran, dass der wichtigste Handelspartner die Länder der Währungsunion sind. Zudem passt die Stärke Deutschlands im Kapitalgüterbereich gut zur Entwicklung der Weltwirtschaft.“

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