Volkswirte verhalten optimistisch
Wachstum bleibt hinter Erwartungen zurück

Im ersten Quartal 2006 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2005 stieg das BIP so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dennoch hält sich die Freude bei den deutschen Volkswirten in Grenzen.

HB WIESBADEN. Volkswirte hatten mit einem höheren BIP-Zuwachs gerechnet, behielten aber mehrheitlich ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2006 bei. Die liegen bei teilweise mehr als zwei Prozent. Als Hauptgrund für die unerfüllten Erwartungen zu Jahresbeginn gilt die Industrieproduktion, die im März in Folge eines Einbruchs im Bau gesunken war. Das gleiche sich wieder aus, so Volkswirte.

Für das Gesamtjahr 2005 revidierten die Statistiker zugleich den BIP-Anstieg von 0,9 auf 1,0 Prozent. Ausschlaggebend dafür seien nach oben korrigierte Einzelhandelsumsätze, hieß es von den Bundesstatistikern. Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres dürfte der private Konsum einen Wachstumsbeitrag geliefert haben. „Neben dem Außenhandel trugen vor allem die privaten Konsumausgaben und die Ausrüstungsinvestitionen zur wirtschaftlichen Belebung zu Beginn des Jahres 2006 bei“, schrieb das Amt.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) äußerte sich heute zufrieden über den Start ins laufende Jahr: „Die gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft wird zunehmend durch positive Daten untermauert“, sagte er.

Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone hat sich in den ersten drei Monaten 2006 zum vorangegangenen Quartal auf 0,6 % verdoppelt. Verglichen mit dem ersten Vierteljahr 2005 legte nach den vorläufigen Berechnungen des Europäischen Statistikamts (Eurostat) das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum um 2 % zu. Die Zahlen entsprachen den Markterwartungen und bestätigten, dass sich die Wirtschaft trotz gestiegener Ölpreise und höherer Zinsen auf Erholungskurs befindet. Hinter dem Wachstum in den USA blieb die Eurozone allerdings zurück. Dort war das BIP in den ersten drei Monaten des Jahres um 1,2 % zum Vorquartal gewachsen.

Bankvolkswirte sagten, die konjunkturelle Erholung entspreche dem Leitszenario der Europäischen Zentralbank. Daher stünden weitere Zinserhöhungen an. Allerdings veröffentlichte Eurostat noch keine Daten zu den verschiedenen BIP-Komponenten wie etwa dem Privaten Verbrauch oder den Investitionen.

Volkswirte erklärten allerdings, dass das schnellere Wachstumstempo nicht nur vom Außenhandel, sondern voraussichtlich auch von einer dynamischeren Entwicklung der Binnennachfrage gefördert worden sei. An einer stärkeren Inlandsnachfrage hatte es in den vergangenen Quartalen stets gemangelt.

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