Volle Auftragsbücher
Industrie mit großem Stellenzuwachs

Im April hat die deutsche Industrie rund 133.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Das sind so viele, wie seit drei Jahren nicht mehr, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Metallproduzenten meldeten das größte Plus.
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BerlinDie deutsche Industrie hat im April dank voller Auftragsbücher so viele Mitarbeiter eingestellt wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 133.000, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

„Das ist der kräftigste Zuwachs seit Juni 2008 mit 139.000“, sagte ein Statistiker. Das Verarbeitende Gewerbe zählt damit 5,05 Millionen Mitarbeiter - so viele wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einer Fortsetzung des positiven Trends.

„Die Betriebe sind überdurchschnittlich ausgelastet, die Auftragsbücher voll“, sagte DIHK-Experte Volker Treier. „Sie bauen deshalb ihre Kapazitäten aus und stellen neue Mitarbeiter ein.“ Trotz der Schuldenkrise in Europa und Signalen für eine Abkühlung der Weltwirtschaft waren die Neuaufträge im April um 2,8 Prozent zum Vormonat gestiegen. Allerdings würden viele Betriebe inzwischen an Grenzen stoßen, sagte Treier: „Viele offene Stellen können wegen des Fachkräftemangels nicht besetzt werden“.

Das größte Stellenplus meldeten die Metallproduzenten und die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mit jeweils 5,3 Prozent. Überdurchschnittlich viele Mitarbeiter stellten auch die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (plus 4,9 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 4,4 Prozent). In den beiden mit Abstand größten Branchen Maschinenbau (plus 2,4 Prozent) und Autoindustrie (plus 1,8 Prozent) fiel die Zunahme der Beschäftigung vergleichsweise gering aus.

Die Zahl geleisteter Arbeitsstunden nahm im Vergleich zum April 2010 um 0,8 Prozent auf 638 Millionen zu, obwohl der Monat diesmal einen Arbeitstag weniger hatte. Die ausgezahlten Löhne und Gehälter summierten sich auf 19,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 11,1 Prozent entspricht. In der gesamten Statistik werden nur Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten berücksichtigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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