Von 1,3 auf 1,1 Prozent
Institut für Weltwirtschaft senkt Wachstumsprognose

dpa-afx KIEL. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat wegen des hohen Rohölpreises die Wachstumsprognose für Deutschland im kommenden Jahr gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2006 nur um 1,1 Prozent wachsen und nicht wie noch im Juni unterstellt um 1,3 Prozent, teilte das Kieler Institut am Mittwoch in seiner jüngsten Konjunkturprognose mit. "Mit dem nochmaligen Preissprung haben sich die Aussichten für die deutsche Konjunktur verschlechtert."

Im laufenden Jahr dürfte sich der Ölpreisschub auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum aber nicht spürbar auswirken. Das Institut geht weiter von einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent aus. Allerdings werde die Binnennachfrage im kommenden Winterhalbjahr schwächer zunehmen als bisher erwartet. Eine Reihe von Faktoren wirke derzeit allerdings stabilisierend auf die Konjunktur. Dazu gehöre das kräftiger als erwartete Wachstum der Auslandsnachfrage in Folge des "Recyclings" von Öleinnahmen der Öl-Förderländer sowie der anhaltende Boom in China.

Der Ölpreisschub wird nach Einschätzung von IfW-Konjunkturexperte Carsten-Patrick Meier das Wirtschaftswachstum insgesamt um 0,3 Prozentpunkte dämpfen. Die Forscher erhöhten ihre Rohölpreisprognose auf 65 Dollar je Barrel (159 Liter) für den Zeitraum 2005 bis 2006. Bisher waren die Experten für das laufende Jahr nur von 50 Dollar und für das kommende Jahr von 47 Dollar ausgegangen. Der Energiepreisschub werde auch zu einer höheren Inflation führen, hieß es.

Die deutsche Wirtschaft sei im zweiten Quartal nach einem spürbaren Anstieg des BIP im Winterhalbjahr 2004/2 005 erneut in eine Konjunkturflaute geraten, schreiben die Forscher. Für das dritte Quartal zeigten die Frühindikatoren allerdings einen leichten Anstieg des BIP. Die Konjunkturerholung in Deutschland bleibe dabei weiter exportlastig. Die Binnennachfrage bleibe schwach, während der Export an Schwung gewinne. Die monetären Rahmenbedingungen seien weiterhin günstig. Gleichwohl sei nur eine geringfügige konjunkturelle Besserung am Arbeitsmarkt zu erwarten.

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