Von der Schließung bedrohtes Institut arbeitet als private Einrichtung weiter
Straubhaar macht das HWWA ab Anfang 2005 zum HWWI

Die Zukunft des von der Schließung bedrohten Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts HWWA ist vorerst gesichert: „Die Forschungsabteilungen werden bis Januar 2005 in ein neues Institut überführt, das auf einem Public- Private-Partnership-Modell basiert“, sagte Institutspräsident Thomas Straubhaar dem Handelsblatt. „Wir haben es geschafft – die Finanzierung für die ersten drei Jahre steht.“ Anfang 2005 wird sich auch der Name des traditionsreichen Think-Tanks ändern – aus dem Hamburgischen Welt-Wirtschaftsarchiv (HWWA) wird dann das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI).

DÜSSELDORF. Als „strategische Partner“ hat Straubhaar die Handelskammer Hamburg und die von ihr mit initiierte Hamburg School of Business Administration gewonnen. „Die strategischen Partner unterstützen das HWWI durch gewichtige finanzielle Beiträge“, sagte Straubhaar. Zudem verhandelt er noch mit privaten Geldgebern. „Großzügige Sponsoren haben ihre Unterstützung signalisiert.“ In der Anfangsphase werde aber die öffentliche Hand weiter wichtigster Geldgeber sein: Rund die Hälfte des Jahresetats von knapp vier Mill. Euro sollen zunächst vom Hamburger Senat und der Bund- Länder-Kommission kommen. Wie groß der staatliche Beitrag genau sein wird, hängt aber auch davon, ob einige HWWA-Bereiche an das Kieler Institut für Weltwirtschaft angegliedert werden – darüber soll nach einer Machbarkeitsstudie bis Mitte 2005 entschieden werden. Auf Dauer soll das HWWI, dessen genaue Rechtsform noch offen ist, ohne die gemeinsame Bund-Länder- Förderung auskommen.

Sonst wäre das 1908 gegründete Institut auch nicht überlebensfähig. Denn ab Anfang 2006 droht dem Hamburger Institut, das im Rahmen der Wissensgemeinschaft Leibniz (WGL) derzeit jeweils zur Hälfte vom Bund und den Ländern finanziert wird, das Versiegen dieser öffentlichen Mittel. Die WGL hatte der Arbeit des HWWA Ende 2003 bei der turnusgemäßen Evaluierung ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt und empfohlen, „eine Weiterförderung des HWWA (...) als eigenständige Einrichtung nicht in Betracht zu ziehen“. Das Institut verfüge „über kein überzeugendes, kohärentes und klar profiliertes Arbeitsprogramm“. Nur einzelne Forschungsbereiche schnitten gut ab.

Führende Ökonomen hatten auf das insgesamt aber vernichtende WGL-Urteil mit Unverständnis reagiert. „Das HWWA hat sich aus meiner Sicht gut entwickelt“, sagte zum Beispiel Wolfgang Wiegard, Vorsitzender des Sachverständigenrates.

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