Von Japan etwas lernen
Schröder ruft EZB indirekt zu Devisenmarkt-Intervention auf

Angesichts des schwachen Dollar hat Bundeskanzler Gerhard Schröder indirekt eine Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. Schröder sagte am Donnnerstag auf einem deutsch-japanischen Wirtschaftsforum in Tokio, er sei besorgt über „die Relation unterschiedlicher Währungen insbesondere des Euro zum Dollar“.

HB TOKIO. Er wisse um die Unabhängigkeit der Zentralbanken und achte die Unabhängigkeit der EZB, wolle aber darauf hinweisen, „dass wir gelegentlich von Japan und seiner vorzüglichen Geldpolitik auch etwas lernen können“. Der Euro hatte zuletzt ein Rekordhoch von 1,3470 Dollar markiert.

Schröder kündigte zudem einen Vorschlag für mehr Transparenz auf dem Ölmarkt an: „Meines Erachtens ist die Zeit jetzt reif, dass die G8-Staaten auf ihrem nächsten Weltwirtschaftsgipfel in Großbritannien eine gemeinsame Initiative zu mehr Transparenz auf den Ölmärkten ergreifen. Deshalb werde ich meinen Kollegen demnächst einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.“ Schröder sagte, die Bundesregierung verfolge „die Entwicklung der Ölpreise mit Sorge, auch wenn sie sich aktuell wieder etwas beruhigt hat.“

Der Kanzler verwies darauf, dass die hohen Ölpreise Experten zufolge zum einem großen Teil auf vermehrte Spekulation zurückzuführen seien. „Wir sind der Meinung, dass man mit größerer Transparenz über zentrale Preisfaktoren - wie beispielsweise die Nachfragesituation in China und Indien - der Spekulation den Boden entziehen kann“, sagte er. Bereits auf dem Weltwirtschaftsgipfel im Juni habe er sich dafür eingesetzt, dass die Arbeiten für die Gewinnung besserer Informationen über die reale Entwicklung von Angebot und Nachfrage intensiviert und beschleunigt werden.

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