Vor Prüfung durch die Troika
Portugal schließt zweiten Hilfsantrag aus

Portugals Regierung ist sich sicher: Das Land werde im Juni 2014 den Euro-Rettungsschirm verlassen. Doch zunächst steht ein Besuch der Troika an – und bei Rekord-Arbeitslosigkeit droht das dritte Rezessionsjahr in Folge.
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Lissabon/Abu DhabiPortugal will nach dem geplanten Abstreifen des Euro-Rettungsschirms im Juni 2014 auf keinen Fall einen zweiten Hilfsantrag stellen. „Ich garantiere, dass wir das schaffen“, sagte der stellvertretende Regierungschef Paulo Portas am Mittwoch am Rande eines Besuchs mit portugiesischen Unternehmern in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

Auf die Frage, ob er für den am Mittwoch begonnenen zehnten Kontrollbesuch von Vertretern der Geldgeber-Troika in Lissabon optimistisch sei, antwortete Portas: „Portugal wird international als Land betrachtet, das dabei ist, die Krise zu überwinden.“ Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Lusa fügte er hinzu: „Irland hat den Rettungsschirm verlassen, und wir werden es im Juni auch tun.“

Die Vertreter von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) wollen mit der Mitte-Rechts-Regierung von Pedro Passos Coelho über eine erneute Senkung der Gehälter im Privatsektor sprechen. Danach müssen die Geldgeber über die Freigabe der nächsten Tranche von 2,7 Milliarden Euro aus dem 78 Milliarden Euro schweren Rettungsprogramm von 2011 entscheiden.

Die EU und der IWF hatten Portugal vor zweieinhalb Jahren vor einem drohenden Bankrott bewahrt. Das Land verpflichtete sich im Gegenzug zu einem Sanierungsprogramm. Für 2014 wurde im Parlament der härteste Sparetat seit 1977 verabschiedet. Vorgesehen sind Kürzungen von 3,9 Milliarden Euro. Dennoch steuert Portugal derzeit mit einer Rekord-Arbeitslosigkeit auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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