Vorraussage aber unsicherer geworden
Exportwirtschaft hält an Prognose für 2004 fest

Die deutsche Exportwirtschaft sieht in dem in den vergangenen Tagen angezogenen Kurs des US-Dollars gegenüber dem Euro noch keinen Grund, von ihrer Wachstumsprognose für das nächste Jahr abzurücken.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Der Präsident des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, sagte dem Handelsblatt: „Wir rechnen für das kommende Jahr mit einem Exportwachstum von 4,5 Prozent auf Grund des Anziehens der Exporte vor allem nach Südostasien und Osteuropa." Diese Schätzung basiert auf einem Dollarkurs von etwa 1,18. Sein Verband wolle derzeit von dieser Prognose nicht abrücken, sie sei jedoch ein Stück weit unsicherer geworden. „Bleibt der Dollarkurs nachhaltig darunter oder verschlechtert sich gar weiter, müssten die Prognosen revidiert werden", sagte Börner weiter.

Das bisherige „erfreuliche" Exportwachstum könne durch den Dollarkurs gefährdet werden, fügte der BGA-Präsident hinzu. Insbesondere das Tempo des Anstiegs des Euros gegenüber der US-Währung beeinflusse zukünftige Exportaufträge negativ. „Vor allem im Dollar-Raum, das sind neben den USA Lateinamerika, der Nahe Osten und Südostasien, ist der Wettbewerbsdruck aus dem Dollarkursverfall schon spürbar".

Einen Euro-Kurs, bei dem der deutsche Exportmotor ins Stottern zu gerät, nannte Börner nicht. „Jede Branche, jedes Exportunternehmen hat seine eigene Wettbewerbsfähigkeit und Wechselkurs-Elastizität. Schließlich haben wir in der Vergangenheit schon höhere Kurse erlebt und bewegen uns auch jetzt nur knapp oberhalb des Dollarkurses bei der Euro-Einführung."

Für die allgemeine Konjunktur in Deutschland ist nach Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ein Kurs von 1,25 Dollar bis 1,30 Dollar eine kritische Schwelle. „Unsere Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum von 2% für das Jahr 2004 steht unter dem Vorbehalt, dass der Dollar nicht absackt“, sagte DIHK-Konjunkturexperte Volker Treier dem Handelsblatt. Bei einem Kurs von 1,25 Dollar bis 1,30 Dollar je Euro dürften sich „Bremsspuren" bemerkbar machen. „Aktuell besteht lediglich Anlass zur Sorge“, sagte der Wirtschaftsexperte. Der vom DIHK prognostizierte Zuwachs des deutschen Außenhandels von 5% im kommenden Jahr basiert auf der Annahme, dass sich der Euro in einer Bandbreite von 1,10 $ und 1,20 $ bewegt.

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