Vorsichtiger Ausblick
Bau startete mit kräftiger Nachfragesteigerung ins neue Jahr

Die Auftragseingänge bei dem Bauhauptgewerbe haben sich im Januar deutlich belebt. Impulse kamen insbesondere vom Wirtschaftsbau. Für die Zukunft ist die Branche aber vorsichtiger geworden – sie beschäftigt weniger Mitarbeiter als ein Jahr zuvor.

ari DÜSSELDORF. Die Bauwirtschaft ist gut ins Jahr 2008 gestartet. Die Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten erhielten im Januar preisbereinigt 10,7 Prozent mehr neue Aufträge als ein Jahr zuvor, berichtete heute das Statistische Bundesamt. Noch beeindruckender ist die Erholung im Vergleich zum schwachen Dezember: Die Bundesbank-Zahlen weisen saisonbereinigt ein Plus von rund einem Viertel aus.

Dabei spielten allerdings auch Großaufträge aus dem gewerblichen Bau eine Rolle, teilten die Statistiker ergänzend mit. Die Auftragseingänge sind deshalb relativ starken Schwankungen unterworfen. 2007 reichte die Spanne der Veränderungsraten zum Vormonat von minus 11,2 Prozent im November bis zu 22,2 Prozent im Oktober. Im Januar 2007 waren die neuen Bestellungen um 13,7 Prozent gestiegen, am Jahresende dagegen um 6,3 Prozent gefallen. Die stärksten Ausschläge sind in der Sparte Nichtwohnungsbau des Hochbaus – dies betrifft vorwiegend den Wirtschaftsbau, aber auch öffentliche Gebäude – sowie im Tiefbau zu finden, zu dem vorrangig der Straßen- und Brückenbau der öffentlichen Hände gehören.

Der Wohnungsbau präsentierte sich im Januar dagegen erneut relativ schwach. Im Vergleich zu Anfang 2007 gab es fast acht Prozent Aufträge weniger nach bereits einem noch kräftigeren Minus im Dezember. Im Vergleich zum Vormonat allerdings wurden 7,5 Prozent mehr Aufträge erteilt als im Dezember. Das war der stärkste Zuwachs in Monatsfrist seit April 2007. Der damalige Anstieg von 9,5 Prozent täuscht aber über die im Gesamtjahr 2007 recht schwache Entwicklung. Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage im Wohnungsbau gesunken, während es 2006 zu einem Nachfrage- und Produktionsschub wegen der auslaufenden Eigenheimzulage und der Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Folgejahres gekommen war.

Experten beispielsweise des Münchener Ifo-Instituts erwarten angesichts der 2007 drastisch gesunkenen Baugenehmigungen für Wohnungen auch 2008 ein Minus, in den nächsten zehn Jahren wegen Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen im Gebäudebestand allerdings sogar eine stärker wachsende Nachfrage als im Wirtschafts- und öffentlichen Bau. Die Modernisierung erhält Impulse durch die Klimaschutzdiskussion und Fördermaßnahmen durch zinsgünstigere Kredite der KfW. In den monatlichen Auftragseingangsstatistiken sind solche Nachfrageeffekte allerdings nur enthalten, wenn die Aufträge Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern erteilt wurden. Häufig sind im Ausbaugewerbe jedoch kleinere Baufirmen tätig.

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