Die Methodik
So funktioniert das Handelsblatt-VWL-Ranking

Über die Platzierung eines Forschers im Ranking entscheidet nicht nur die Zahl der veröffentlichten Studien, sondern auch die Qualität der Journale. Ein Überblick über die Methodik des Handelsblatt-Rankings.

DüsseldorfDie Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich wertet im Auftrag des Handelsblatts und des Vereins für Socialpolitik alle Artikel aus, die die rund 3600 verzeichneten Ökonomen veröffentlicht haben. Darunter sind all jene, die im deutschsprachigen Raum forschen – oder aus diesem Gebiet stammen und im Ausland arbeiten.

Berücksichtigt werden insgesamt mehr als 1500 internationale Fachzeitschriften, darunter sämtliche Publikationen, die in der „Econlit“-Datenbank der „American Economic Association“ enthalten sind. Hinzu kommen wichtige Statistik-Zeitschriften und interdisziplinäre Journale wie „Nature“ und „Science“. Die große Journal-Anzahl soll gewährleisten, dass die Publikationsleistungen so vollständig wie möglich erfasst werden.

Für jede Veröffentlichung bekommt ein Forscher Punkte gutgeschrieben. Die zehn bedeutendsten Zeitschriften haben ein Gewicht von jeweils einem Punkt, weitere 26 bringen 0,6 Punkte. Für Aufsätze in anderen Journalen bekommen Forscher maximal 0,3 Punkte.

Diese Differenzierung bei der Punktevergabe ist unverzichtbar, weil es zwischen den Zeitschriften starke Reputationsunterschiede gibt: Wenn Herausgeber und Gutachter eines Topjournals ihren Segen für die Veröffentlichung erteilen, dann bescheinigen sie den Autoren internationale Spitzenleistungen.

Um sicherzustellen, dass die Veröffentlichungen nach ihrer Qualität gewichtet werden, orientiert sich das Handelsblatt dabei an einem von den französischen Ökonomen Pierre-Philippe Combes und Laurent Linnemer eigens für diese Zeitung erstellten Journal-Ranking.

Wenn mehrere Forscher gemeinsam einen Aufsatz geschrieben haben, teilen sie sich die Punkte. Bei einer Co-Produktion im Topjournal etwa bekommen beide Autoren 0,5 Punkte gutgeschrieben. Wie lang ein Text ist, spielt keine Rolle, die Art des Artikels dagegen schon: Für Kommentare gibt es die halbe Punktzahl, Autoren von Buchrezensionen gehen leer aus.

Die Platzierung im Ranking ist also ein guter Indikator für die Leistungen eines Forschers. Sie kann aber natürlich nicht zum alleinigen Maßstab dafür werden.

Der Redakteur des Handelsblatts ist Experte für Konjunktur.
Hans Christian Müller-Dröge
Handelsblatt / Redakteur
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