VWL-Ranking 2010: Wer Deutschlands Top-Ökonomen sind

VWL-Ranking 2010
Wer Deutschlands Top-Ökonomen sind

Viele deutschsprachige Ökonomen haben es mit Spannung erwartet - das neue Handelsblatt-Ranking Volkswirtschaftslehre. Die Studie, deren Methodik nach vier Jahren gründlich überarbeitet und weiter verbessert wurde, zeigt: Deutschsprachige Unis werden für Top-Ökonomen aus dem Ausland attraktiver. Inhaltlich verschieben sich die Gewichte hin zu empirischer Arbeit.

LONDON. So eine Auswahl hatte Wolfgang Franz noch nie. Seit Jahren reist der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Anfang Januar in die USA. Auf der Job-Börse der „American Economic Association“ sucht er stets nach neuem Personal für sein Institut. „So viele und so gute Bewerber wie in diesem Jahr hatten wir bislang nicht“, erzählt er. Fast 40 Vorstellungsgespräche führte Franz in zweieinhalb Tagen, die zwölf interessantesten Nachwuchs-Wissenschaftler ließ er nach Mannheim einfliegen. Wer am ZEW tatsächlich anfängt, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

Das große Interesse an Jobs in Deutschland ist eine Folge der Finanzkrise. In den USA hat sich der Arbeitsmarkt für junge Volkswirte drastisch verschlechtert. Der Börsencrash hat das Stiftungskapital privater Universitäten dezimiert, Harvard und Co. bieten Nachwuchsforschern weit weniger Stellen an als früher. Das macht Jobs an europäischen Hochschulen für frisch promovierte Ökonomen deutlich attraktiver.

Kehrt sich damit ein Trend um, der die deutschsprachige Volkswirtschaftslehre seit vielen Jahren beutelt? In der Vergangenheit haben viele Top-Ökonomen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Fast ein Drittel der, gemessen an ihrem Lebenswerk, 100 forschungsstärksten deutschsprachigen Volkswirte arbeitet an Universitäten im Ausland, zeigt das neue Handelsblatt-Ranking Volkswirtschaftslehre. Am heutigen Montag werden die Ergebnisse für die Einzelforscher veröffentlicht, in einer Woche folgen die Ergebnisse für die forschungsstärksten Fakultäten. In der Vergangenheit waren es besonders aktive und produktive Wissenschaftler, die ihre Heimat verließen: Betrachtet man die Forschungsleistung in den vergangenen fünf Jahren, arbeiten 40 Prozent der Top-100-Volkswirte in der Fremde.

Wegen der Finanznöte der US-Unis könnte sich das Blatt jetzt wenden. „Die Situation ist für Hochschulen in Europa eine einmalige Chance, um den Abstand zu Amerika zu verringern“, sagt der niederländische Ökonometriker Gerard van den Berg, der seit Herbst 2009 an der Uni Mannheim forscht und sich ebenfalls in den USA nach Mitarbeitern umgesehen hat. „Wir haben ein paar unglaublich gute Leute einstellen können, die bald hier in Mannheim anfangen.“

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