Wachstum auch schon 2010
Fed erwartet bereits 2011 kräftiges Wachstum

Die US-Notenbank Fed erwartet für das Jahr 2009 eine schwere Rezession. Doch schon 2010 soll die US-Wirtschaft laut Prognose der Notenbanker wieder solide wachsen. Für 2011 erwartet die Fed in dem erstmals vorgelegten langfristen Ausblick sogar ein Wachstum von kräftigen 3,8 bis fünf Prozent. Auch Fed-Chef Ben Bernanke verbreitet Optimismus.

HB WASHINGTON. Nach einem scharfen Konjunktureinbruch 2009 erwartet die US-Notenbank bereits in den nächsten beiden Jahren wieder ein solides Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt. Für 2011 rechnen die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Federal Reserve mit einem kräftigen Plus zwischen 3,8 und fünf Prozent, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten jüngsten Sitzungsprotokoll des Gremiums. Für 2010 prognostiziert die Zentralbank ein Wachstum von 2,5 bis 3,3 Prozent. Die Erholung der US-Wirtschaft hänge zuallererst von den staatlichen Maßnahmen ab, sagte Fed-Chef Ben Bernanke. Seien sie „kraftvoll und entschlossen“, könnte es bereits in diesem Jahr Anzeichen einer Gesundung geben.

Dennoch rechnet der Offenmarktausschuss, der den Leitzins festlegt, für 2009 mit einem Schrumpfen der US-Wirtschaft zwischen 0,5 und 1,3 Prozent. Nach dem robusten Plus im kommenden Jahr werde die Konjunktur dann 2011 voraussichtlich an Fahrt gewinnen und vorübergehend „ein Tempo gewinnen, das oberhalb der dauerhaften, langfristigen Wachstumsrate liegt“, heißt es in dem Protokoll der Ausschusssitzung von Ende Januar. Erstmals veröffentlichte die Fed auch einen längerfristigen Ausblick, der sich auf die nächsten fünf bis sechs Jahre erstreckt. Danach sehen die Währungshüter ein Wachstum im Bereich zwischen 2,5 und 2,7 Prozent.

Trotz des erwarteten Aufschwungs im nächsten Jahr sieht die Notenbank die US-Arbeitslosenquote dann immer noch zwischen acht und 8,3 Prozent. Erst 2011 werde sie demnach auf zwischen 6,7 und 7,5 sinken und damit leicht unter das derzeitige Niveau.

Notenbankchef Bernanke zeigte sich derweil zuversichtlich, dass die Maßnahmen von Regierung und Fed im Kampf gegen die Kreditkrise Wirkung zeigen. Die Reaktion der Kreditmärkte auf die bisherigen Schritte der Fed nannte Bernanke am Mittwoch „generell ermutigend“. Wenn darüber hinaus die von Finanzminister Timothy Geithner angekündigte, massive Ausweitung eines Fed-Programms zur Ankurbelung der Kreditvergabe an Verbraucher wie vorgesehen funktioniere, sei mit niedrigeren Zinsen für Verbraucher, Firmen und Hypothekennehmer zu rechnen, sagte er. Das Programm solle in Kürze anlaufen.

Bernanke trat Befürchtungen entgegen, die Kreditprogramme der Federal Reserve würden die Inflation anheizen. Angesicht gefallener Rohstoffpreise und des weltweiten Konjunkturabschwung sehe die Notenbank „kurzfristig wenig Risiko einer inakzeptabel hohen Inflation“. Der Preisauftrieb werde „einige Zeit“ niedrig bleiben.

Mit dem Schritt, künftig auch längerfristige Wirtschaftsprognosen zu veröffentlichen, will die Fed die Erwartungen der Öffentlichkeit zur Preisentwicklung „stabilisieren“, sagte Bernanke. Dies solle dazu beitragen, dass die tatsächliche Inflation nicht zu hoch steige oder zu weit falle, erläuterte der Notenbankchef.

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