Wachstum geht weiter
DIW erwartet Kurzarbeit und Jobabbau

Nach Ansicht des DIW steht Deutschland eine Abkühlung der Auslandsnachfrage bevor, die zu Kurzarbeit und Jobabbau in der Industrie führen könnte. Trotzdem sehen die Experten des DIW noch Spielraum für Wachstum.
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BerlinDie deutsche Wirtschaft dürfte nach Ansicht des DIW-Instituts trotz der Konjunkturflaute im Sommer weiter wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt werde im dritten Quartal voraussichtlich um 0,2 Prozent steigen, teilten die Berliner Forscher am Mittwoch mit. Sie sind damit optimistischer als andere Fachleute. Denn einige Ökonomen befürchten wegen der zunehmenden Unsicherheit im dritten Quartal eine Stagnation oder sogar ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft. Zum Jahresanfang war die Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal um 0,3 Prozent.

Allerdings sieht auf das DIW Risiken: "Die Exporte haben sich zwar bislang gut gehalten. Vieles spricht aber für eine Abkühlung der Auslandsnachfrage", sagte Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. "Denn nicht nur der Euroraum gleitet tiefer in die Rezession, sondern auch die übrige Weltkonjunktur läuft schwächer als bislang erwartet." Die Krise im Euroraum treffe in erster Linie die Industrie. "Hier dürften teilweise sogar Kurzarbeit und Rückgänge bei der Beschäftigung anstehen", betonten die DIW-Experten. Auch die Investitionen seien wegen sinkender Absatzchancen vorerst rückläufig.

Der Autobauer Opel schickt ab Anfang September fast 10.000 Mitarbeiter in Rüsselsheim und Kaiserslautern tageweise in Zwangspause. Auch der Zulieferer Schaeffler schließt Kurzarbeit nicht aus. Wegen schwacher Nachfrage fährt der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp bereits seit Anfang August Kurzarbeit. Das DIW rechnet für die nächsten sechs Monate mit einem Rückgang der Beschäftigung in Deutschland, vor allem in exportabhängigen Branchen. Mit dem Jahreswechsel sollten diese Unternehmen dann aber davon profitieren, dass sich die Weltwirtschaft stabilisiere. "Sie dürften im Verlauf des nächsten Jahres wieder stärker das günstige Finanzierungsumfeld für Investitionen nutzen."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wachstum geht weiter: DIW erwartet Kurzarbeit und Jobabbau"

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  • Zitat:"Vom Jahreswechsel an werde sich auch die Weltwirtschaft wieder stabilisieren."

    Nu ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ...

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