Wachstum im ersten Quartal
Wirtschaft verkraftet höhere Steuer besser als erwartet

Die Wirtschaft hat trotz der höheren Mehrwertsteuer ihren Aufschwung zu Jahresbeginn überraschend kräftig fortgesetzt. Die Steuer halbierte zwar das Wachstum im Vergleich zum Ende 2006, dennoch legte die Wirtschaft stärker zu als allgemein erwartet.

HB WIESBADEN. Von Januar bis März stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Die Konjunktur in Deutschland befindet sich auf einem robusten Wachstumspfad“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Die höhere Umsatzsteuer sei gut verkraftet worden. Zudem legte die Wirtschaft 2006 revidierten Angaben zufolge mit 2,8 Prozent so stark zu wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr.

Zu Jahresbeginn sorgten vor allem lebhafte Investitionen für Impulse. „Dagegen haben die privaten Konsumausgaben das Wirtschaftswachstum deutlich gebremst, was insbesondere im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn zu sehen ist“, erklärten die Statistiker. Insgesamt hatten Experten allerdings einen stärkeren Dämpfer durch die höhere Steuer befürchtet und im Schnitt nur ein BIP-Plus von 0,3 Prozent vorhergesagt. „Die deutsche Konjunkturlokomotive ist nahezu unbeeindruckt durch die Mehrwertsteuerwolke zu Jahresbeginn gefahren“, sagte DekaBank-Volkswirt Sebastian Wanke.

Die Statistiker revidierten zudem das BIP-Wachstum von Herbst 2006 auf 1,0 Prozent nach oben. Nach Ansicht von Glos stützt der gute Jahresauftakt die Prognose der Bundesregierung für ein Wachstum von 2,3 Prozent. Beim privaten Konsum sei im Laufe des Jahres eine Normalisierung zu erwarten. Volkswirte sehen nun allerdings Bedarf, ihre BIP-Prognosen für das Gesamtjahr zu erhöhen. „Wir werden aber keine drei vorm Komma prognostizieren“, sagte Wanke.

Die Wirtschaftsleistung kletterte im Vergleich zum ersten Quartal 2006 um 3,3 Prozent und um die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen bereinigt um 3,6 Prozent.

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