Wachstum im zweiten Quartal
Clement bleibt skeptisch

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat sich skeptisch zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Monaten geäußert.

Reuters RÜDERSDORF. „Das zweite Quartal war sicherlich kein Renner, um es mal vorsichtig zu sagen“ sagte Clement der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Rüdersdorf. „Ich setze darauf, dass sich im dritten Quartal nach der Sommerpause, etwas in Bewegung setzt.“ Die Stimmungslage in der Wirtschaft habe sich in letzter Zeit aber verbessert. Nach Einschätzung von Volkswirten schrumpfte die deutsche Wirtschaft von April bis Juni erneut. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits in den ersten drei Monaten des Jahres zum Vorquartal um 0,2 % zurückgegangen war, hätte Deutschland im ersten Halbjahr nach gängiger Definition in einer Rezession gesteckt.

Clement wollte sich nicht dazu äußern, ob es im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr überhaupt ein Wachstum gegeben habe. Ende Juni hatte sich Clement noch optimistisch geäußert, dass die Wirtschaft wachse. Nun verwies er auf die Veröffentlichung durch das Statistische Bundesamt, die für Donnerstag erwartet wird. „Das zweite Quartal ist aber wahrscheinlich nicht so kräftig ausgefallen, wie man sich das erhofft“, betonte der Minister.

Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt, dass das Statistische Bundesamt einen Rückgang des realen BIP um 0,1 % bekannt geben wird. „Alles andere als ein leichter Rückgang wäre eine Überraschung“, sagt Carsten Klude von MM Warburg. Wegen des starken Rückgangs der Industrieproduktion um gut 1,5 % im Quartalsvergleich sei selbst eine Stagnation unwahrscheinlich. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten die Volkswirte wegen der jüngst gestiegenen Frühindikatoren eine langsame Konjunkturerholung.

Clement sagte, Indikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex und der Auftragseingang zeigten nach oben. Auch die internationale Lage spreche dafür, dass sich die Entwicklung verbessern werde. Es komme jetzt darauf an, dass die von der Bundesregierung geplanten Reformen bei Steuern und Arbeitsmarkt ab Januar 2004 in Kraft treten könnten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%