Wachstum in US-Industrie stagniert - Stellenzahl steigt
US-Einkaufsmanagerindex tritt auf der Stelle

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager hat im April entgegen den Erwartungen von Volkswirten stagniert.

HB NEW YORK. Der am Montag veröffentlichte Rückgang des Einkaufsmanager-Index der USA spricht Analysten zufolge aber nicht gegen die erwartete baldige Zinserhöhung, da die von den Unternehmen zu zahlenden Preise so stark stiegen wie seit fast 25 Jahren nicht mehr. Im Unterschied zu den USA deuteten Umfragen in der Euro-Zone am Montag auf eine weiter anziehende Konjunkturdynamik hin, bei der Deutschland als Zugpferd wirkte.

Allerdings wiesen Volkswirte darauf hin, dass von der Erholung der europäischen Industrie noch kaum positive Impulse auf den Arbeitsmarkt ausgingen.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Index der US-Einkaufsmanager lag im April bei 62,4 nach 62,5 Punkten im Vormonat, wie das Institute of Supply Management (ISM) in New York mitteilte. Werte über 50 Zählern signalisieren ein Wachstum der Industrie. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 63,0 Punkte vorausgesagt. Der Beschäftigungsindex legte auf 57,8 (März 57,0) Punkte zu und zeigte damit einen beschleunigten Stellenzuwachs an. Bei den Neuaufträgen ergab sich dagegen ein verlangsamter Zuwachs. Der Index zur Entwicklung der Preise kletterte auf 88,0 (86,0) Zähler.

Angesichts dieser Zahlen sagte Devisenstratege Greg Anderson von ABN Amro in Chicago: „Die ISM-Zahlen machen es definitiv wahrscheinlicher, dass die Fed die Zinsen eher früher als später erhöht. Die Neuaufträge waren solide, die Beschäftigung war solide und die Preise sind wieder nach oben geschossen.“

Auch Chefvolkswirt Chris Low von FTN Financial in New York machte in der Preiskomponente des Indexes einen Grund zur Besorgnis aus. „Der Index bewegt sich in Höhen, die wir nicht mehr gesehen haben seit er im Juli 1979 bei 92 Punkten gelegen hat. Das bedeutet, dass Preisanstiege weiter verbreitet sind.“

An den Finanzmärkten wird September als wahrscheinlichster Termin für eine Zinsanhebung gehandelt. Bei dem Fed-Treffen am Dienstag rechnen Volkswirte dagegen mit einem unveränderten Zinsniveau von 1,00 Prozent.

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