Wachstum
Indien bleibt China dicht auf den Fersen

Indiens Wirtschaft lässt wieder die Muskeln spielen: Die Regierung erwartet für das aktuelle Haushaltjahr ein Plus von bis zu acht Prozent und will auch im kommenden Jahr wieder solide wachsen. Auch die anderen BRIC-Staaten wollen 2010 beim Wachstum wieder durchstarten - Rohstoffgigant Russland sieht dabei allerdings Probleme.
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HB NEU-DELHI/MOSKAU. Indiens Finanzminister Pranab Mukherjee sagte am Mittwoch, er erwarte für das im März 2010 endende Haushaltsjahr ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 7,5 bis acht Prozent. Die staatlichen Planer gehen davon aus, dass das Schwellenland auch im Folgejahr auf einem soliden Wachstumspfad bleibt.

Indien hatte sein Wachstumstempo zuletzt gedrosselt und nur ein Plus von 6,7 Prozent erreicht. Dies war für das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt ein herber Rückschlag, da in den Vorjahren regelmäßig Zuwachsraten von neun Prozent oder mehr erzielt wurden. Das südasiatische Land dürfte nun aber wieder fast an die Wachstumsstärke seines nördlichen Nachbarn China heranreichen.

Die Volksrepublik sieht sich auf gutem Weg, 2010 ihr Ziel von acht Prozent sogar zu übertreffen. China und Indien bilden zusammen mit Brasilien und Russland die sogenannten BRIC-Staaten: Die großen Schwellenländer haben in diesem Jahrzehnt einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg vollzogen und gelten als Hoffnungsträger für die Weltwirtschaft. Brasilien wird nach einer Schwächephase im Zuge des globalen Konjunktureinbruchs voraussichtlich 2010 wieder kräftig wachsen. Die Zentralbank geht von einem Plus von 5,8 Prozent aus. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas hatte sich im Frühjahr aus einer kurzen Rezessionsphase gelöst.

Russland sieht Probleme

Der Rohstoffgigant Russland will nächstes Jahr die erste Rezession seit zehn Jahren endgültig ad acta legen: Zentralbankchef Sergej Ignatjew geht von einem Wachstum von fünf Prozent oder mehr aus. Dieses Jahr muss das Land jedoch einen Konjunktureinbruch von voraussichtlich 8,7 Prozent verkraften. Finanzminister Alexej Kudrin tritt daher auf die Euphoriebremse: "Nachdem wir die erste Runde im Kampf gegen die Krise gewonnen haben, sollten wir nicht nachlassen und uns stattdessen auf die zweite Runde vorbereiten." Die Nachfrage und die Investitionen seien nach wie vor auf niedrigem Niveau, warnte der Finanzminister.

Da die Inflationsrate jedoch nicht so stark gestiegen ist wie befürchtet, sieht die Zentralbank in Moskau weiteren Spielraum für eine Zinssenkung. Die Notenbank berät am Freitag über den Schlüsselzins. Seit April haben die Zentralbanker den Leitzins bereits um vier Prozentpunkte auf das historisch niedrige Niveau von neun Prozent gesenkt, um der lahmenden Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

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