Wachstum
US-Wirtschaft wächst, Optimismus schrumpft

Nach einem üppigen Konjunkturplus im Schlussquartal 2009 erwarten Ökonomen für das laufende Jahr ein schwächeres Wachstum. US-Präsident Obama setzt derweil auf Subventionen wie Steuergutschriften für neue Mitarbeiter.
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NEW YORK. Forsches Wirtschaftswachstum auf der einen, galoppierende Staatsschulden und ein Millionenheer von Arbeitslosen auf der anderen Seite: Die USA tun sich schwer, den jüngsten Konjunkturbericht des Handelsministeriums als Trendwende zu sehen. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft im Schlussquartal 2009 um 1,4 Prozent zum Vorquartal gewachsen und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Doch sehen Volkswirte in dem auf Jahressicht hochgerechneten Wachstum von 5,7 Prozent lediglich einen Ausreißer nach oben. Denn der überwiegende Teil des Wachstums sei auf Faktoren wie das Auffüllen von Lagerbeständen sowie staatliche Stützungsprogramme zurückzuführen, die nicht nachhaltig seien, sagte Sung Won Sohn von der Smith School of Business and Economics in Kalifornien.

Angesichts der Unsicherheit, wie sich das Auslaufen verschiedener Förderprogramme auf die Konjunktur niederschlagen wird, variieren die Prognosen der Volkswirte für 2010 stark. Im Schnitt rechnen sie damit, dass sich das Wachstum im laufenden Jahr auf etwa drei Prozent abschwächen wird, wie aus einer Umfrage des „Wall Street Journal“ hervorgeht – dabei reicht die Spanne von knapp zwei bis knapp vier Prozent. Selbst die optimistischsten Prognosen weisen aber darauf hin, dass der Aufschwung im Vergleich zu früheren Erholungsphasen schwach ausfallen wird. Ein Blick in die Historie zeigt, dass die US-Wirtschaft nach dem Ende tiefer Rezessionen regelmäßig mit sieben Prozent und mehr gewachsen ist.

„Spätestens im zweiten Halbjahr 2010 wird die Wirkung der Washingtoner Konjunkturprogramme auslaufen. Dann werden wir sehen, ob der Patient auch ungestützt gehen kann“, sagte Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jan Hatzius. Vergleiche mit früheren Rezessionen hält Hatzius nur für bedingt tauglich: Anders als zwischen 1973 und 1975 sowie 1981/82 würden Banken diesmal zögerlicher Kredite vergeben. Auch seien heute Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt und die öffentlichen Finanzen in einer deutlich schlechteren Verfassung als damals, betonte Hatzius.

Auch US-Präsident Barack Obama sieht in den aufgelaufenen Rekordschulden von 1,4 Billionen Dollar eine akute Gefahr. Das Land halse die Schulden nicht nur den nächsten Generationen auf. Das Defizit bedrohe auch „unsere Märkte, treibt unsere Zinsen in die Höhe und gefährdet die Erholung in diesem Moment“, sagte Obama in seiner wöchentlichen Radio- und Internetansprache.

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