Wachstum
Wirtschaft rutscht in die Stagnation

Nach einem wachstumsstarken Jahresauftakt steht der deutschen Wirtschaft eine merkliche Abkühlung bevor. Der Handelsblatt-Barclays-Indikator sagt für das laufende zweite Quartal einen merklichen Tempoverlust vorher. Welche Faktoren und Risiken für die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verantwortlich sind.

FRANKFURT. Das lässt sich am Handelsblatt-Barclays-Indikator ablesen. Der exklusiv für diese Zeitung berechnete Indikator sagt für das erste Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent im Vorquartalsvergleich hervor, während er für das laufende zweite Quartal nur noch mit 0,1 Prozent Zuwachs und damit nahezu mit einer Stagnation des Wachstums rechnet. Eine erste offizielle Schätzung für die ersten drei Monate des Jahres legt das statistische Bundesamt für das erste Vierteljahr am Donnerstag vor.

Ausschlaggebend für den erheblichen Tempoverlust sind nicht nur Sonderfaktoren, die das Wachstum zu Jahresbeginn massiv angeschoben haben. Derzeit mehren sich die Risiken: Der Ölpreis lag zu Wochenbeginn bei mehr als 124 Dollar je Fass. Die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die bereits auf viele andere Güter durchgeschlagen haben, entziehen den Verbrauchern Kaufkraft, die der heimischen Wirtschaft fehlt. Und der mit rund 1,55 Dollar starke Euro beeinträchtigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Abschwächung der Weltkonjunktur hat inzwischen auch große europäische Länder erfasst, die zu den Hauptabnehmern deutscher Exporte gehören.

Mehr als 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die übrigen Länder des Euro-Raums – und dort wird die Nachfrage immer schwächer. „In Spanien kollabiert die Konjunktur, Italien befindet sich nahe an der Rezession und in Frankreich schwächt sich die heimische Nachfrage ab: die europäische Inlandsnachfrage wird zu einer massiven Belastung“, sagt Jane Henry, Europa-Chefvolkswirtin von der britischen Großbank HSBC.

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