Wachstumsprognose 2008 erhöht
DIW versprüht Zuversicht

Das Inflationsgespenst geht um und viele Konjunkturforscher warnen vor einem Ende des Aufschwungs. Nicht so das DIW. Das Institut hat seine Wachstumsprognose für 2008 nun sogar angehoben.

HB BERLIN. Der Aufschwung in Deutschland ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) trotz höherer Inflation noch nicht am Ende. Für 2008 zeichne sich ein Wachstum von 2,7 Prozent ab. Sie hoben damit wie bereits signalisiert ihre Prognose vom Jahresbeginn an, die zwei Prozent ergeben hatte.

Für das nächste Jahr sei allerdings nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent zu erwarten. "Der Aufschwung setzt sich fort, aber auf etwas moderaterem Niveau", teilte DIW-Chefökonom Christian Dreger bei der Vorstellung der Sommerprognose. Der Rückgang sei durch das außergewöhnliche Wachstum im ersten Quartal 2008 stark überzeichnet.

Das Institut ist damit optimistischer als das Münchner Ifo, das für 2009 nur ein Plus von einem Prozent vorhersagt. Damit würde Deutschland beim Wachstum auf den letzten Platz in der EU abrutschen. Wegen des starken Auftaktquartals rechnet das DIW für dieses Jahr damit, dass das Wachstum mit 2,7 Prozent sogar noch höher als 2007 ausfällt.

Zugleich setzen die Forscher darauf, dass die Inflation als Hemmschuh der Konjunktur im Jahresverlauf abklingen wird. Explodierende Ölpreise hatten im Juni für eine Rekordinflation von vier Prozent im Euro-Raum gesorgt. Die hohe Inflation zögere insbesondere die seit langem fällige Erholung des privaten Konsums weiter hinaus, sagte Dreger. "Erst im nächsten Jahr wird sich der Konsum aufgrund der nachlassenden Inflation wieder etwas stärker beleben und zunehmend zum Impulsgeber für die Wirtschaft werden."

Noch 2008 wird sich die Lage am Arbeitsmarkt laut DIW weiter aufhellen: Das Institut rechnet im Jahresdurchschnitt mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um rund 300 000. "2009 wird es allerdings keinen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit mehr geben", sagte Dreger. Die öffentlichen Haushalte erzielen nach seiner Prognose 2008 voraussichtlich einen Überschuss von 7,3 Milliarden Euro. Nächstes Jahr wird das Plus demnach mit knapp acht Milliarden Euro noch üppiger ausfallen.

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