Wachstumsprognose
Bundesregierung bleibt vorsichtig

In der „Frühjahrsprognose“ rechnet die Bundesregierung nur mit einem schwachen Wachstum im laufenden Jahr. Grund dafür sind die steigenden Arbeitskosten und die sich abschwächende Konjunktur in China.
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BerlinDie Bundesregierung bleibt bei ihren Konjunkturerwartungen vorsichtig. So rechnet sie in ihrer „Frühjahrsprognose“ für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Für 2013 geht die Bundesregierung von 1,6 Prozent Wachstum aus, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Damit bleibt die Bundesregierung bei ihre bisherigen Einschätzung des Wirtschaftswachstum.

Grund für die vorsichtige Wachstumserwartung sind die gestiegene Inflation und die hohen Lohnstückkosten in Deutschland. Außerdem sehe die Regierung den sich abschwächenden Wachstumsboom in China als mögliche Wachstumsbremse. Die Wirtschaftsentwicklung in den USA gebe ebenfalls keinen Anlass zu Euphorie, hieß es in Regierungskreisen. Die Zahlen will Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Mittwoch vorstellen.

In der vergangenen Woche hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und der IWF ihre Prognosen für Deutschland leicht nach oben korrigiert. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2011 nicht mehr 0,8 sondern 0,9 Prozent Wachstum. 2013 soll die Wirtschaft dann um zwei Prozent wachsen.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Wachstumsprognose für Deutschland leicht nach oben korrigiert. Der Fonds erwartet im laufenden Jahr ein Wachstum von 0,6 Prozent – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber der Prognose im Januar. 2013 könnte die deutsche Volkswirtschaft dann mit einem Wachstum von 1,5 Prozent zusätzlich Fahrt aufnehmen. Damit bewegt sich Deutschland klar über den Werten für den Euroraum. Die Eurozone wird nach Einschätzung des IWF 2012 um 0,3 Prozent schrumpfen.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

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