Wachstumsprognose für 2009
Auch Brasiliens Wirtschaft im Sinkflug

Brasiliens Zentralbank hat angesichts zunehmend spürbarer Folgen der Wirtschaftskrise ihre Wachstumsprognose 2009 für das größte südamerikanische Land deutlich gesenkt. Die Regierung in Brasília reagierte bereits Ende vergangenen Jahres auf die rückläufigen Auftragseingänge in der Industrie mit deutlichen Steuersenkungen.

HB BRASíLIA. In diesem Jahr werde nur mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,2 Prozent gerechnet, teilte die Banco Central am Montag in Brasília mit. Damit reduzierte die Bank ihre vorherige Prognose von 3,2 Prozent um zwei Prozentpunkte. Vom Nachfragerückgang besonders betroffen sei der Industriesektor. Anders als noch im Dezember rechnet die Zentralbank für diesen Wirtschaftszweig nur noch mit einem Wachstum von 0,1 statt zuvor 3,4 Prozent.

Die Inflation wird sich den Schätzungen zufolge in diesem Jahr mit einer Rate von vier Prozent verlangsamen. Vor drei Monaten war die Banco Central noch von einer Inflation von 4,7 Prozent ausgegangen. Die Zentralbanker bleiben mit ihrer Wachstumsprognose unter der Annahme der Regierung. Zwar schraubte auch Finanzminister Guido Mantega mit Blick auf die schlechten Wirtschaftsdaten aus dem vierten Quartal 2008 inzwischen seine Prognosen herunter. Er geht aber immer noch von einem Wachstum von zwei Prozent aus. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte noch im Dezember ein vierprozentiges Wachstum nicht ausgeschlossen.

Die Regierung in Brasília reagierte bereits Ende vergangenen Jahres auf die rückläufigen Auftragseingänge in der Industrie mit deutlichen Senkungen der Industriesteuern für Autos, um der Branche unter die Arme zu greifen. Nach Medienberichten von Montag will Brasília diese Maßnahmen verlängern und nun auch Steuern auf Baumaterialien reduzieren und damit ein ehrgeiziges Wohnungsbauprogramm flankieren. Brasilien ist die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt.

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