Wachstumsprognose
Krisenbranche Bau wird zum Konjunkturmotor

Die jahrelang krisengebeutelte Bauindustrie ist nach den jüngsten Daten zum Wirtschaftswachstum plötzlich ein Konjunkturmotor. Nun prüft die Branche sogar, ihre Wachstumsprognose anzuheben.

HB DÜSSELDORF. „Wir haben ein Prozent Wachstum für 2006 erwartet und liegen im Moment 2,3 Prozent im Plus. Das ist kein kurzfristiges Aufflackern, wie manche erwartet hatten“, sagte der Chefvolkswirt des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Heiko Stiepelmann. Er bestätigte einen Bericht der Tageszeitung „Die Welt“, wonach der Verband erwäge, seine Wachstumserwartungen zu erhöhen.

Die Branche geht bisher von einem Jahresumsatz von 74,9 Milliarden Euro aus. 2005 hatte die seit Jahren in der Flaute steckende Bauwirtschaft noch ein Umsatzminus von 5,7 Prozent verbucht.

Wachstumsmotoren der Branche seien derzeit der Bau von Einfamilienhäusern und der Wirtschaftsbau, vor allem für den Handel und die Logistik. Das produzierenden Gewerbe investiere wieder in Deutschland“, sagte Stiepelmann. Der Wohnungsbau profitiere noch von den Vorzieheffekten, nachdem zu Beginn des Jahres die Eigenheimzulage abgeschafft worden war. Auch Städte und Gemeinden gäben wieder mehr Geld für die Erneuerung von Straßen aus.

Das Statistische Bundesamt hatte am Montag Daten zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2006 veröffentlicht. Danach trug gerade auch die Baubranche zum Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal bei. Stiepelmann sagte der „Welt“, er glaube nicht, „dass das ein Strohfeuer ist“. Gleichwohl sei ein positiver Effekt auf den Arbeitsmarkt nicht so schnell zu erwarten. Die Unternehmen seien bei Neueinstellungen sehr vorsichtig geworden. „Wir können froh sein, wenn der Arbeitsplatzabbau 2007 zum Stillstand kommt.“

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