Wachstumsprognosen
Deutschlands Wirtschaft läuft und läuft und läuft

Der XXL-Aufschwung fällt noch größer aus: Die Regierung wird die Konjunkturprognosen für dieses und nächstes Jahr anheben, berichten Medien übereinstimmend. Die Kehrseite der Medaille: die stärker steigende Inflation.
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Berlin, HamburgNach den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten wird auch die Bundesregierung Medienberichten zufolge ihre Konjunkturprognose anheben.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gehe in der Frühjahrsprognose nun von einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von mindestens 2,5 statt bislang 2,3 Prozent aus, berichteten die Magazine „Focus“ und „Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Für das kommende Jahr rechne die Regierung nun mit einem Plus von rund 2,0 Prozent statt wie bislang mit 1,8 Prozent.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Bekanntgabe der Frühjahrsprognose am Donnerstag. Die endgültigen Schätzwerte lägen erst Anfang der Woche vor, sagte er. Sie werden noch mit dem Kanzleramt und dem Finanzministerium abgestimmt. Den Magazinberichten zufolge sind die gestiegenen Auftragseingänge in der Industrie Hintergrund für die Anhebung der Prognose.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet laut „Spiegel“ mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 2,5 Prozent in diesem und von 2,2 Prozent im kommenden Jahr. Das gehe aus dem jüngsten Weltwirtschaftsbericht hervor.

Die führenden Wirtschaftsinstitute hatten am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr um fast die Hälfte auf 2,8 Prozent nach oben geschraubt. Für 2012 erwarten die Forscher ein Plus von zwei Prozent. Nach einem Rekordzuwachs von 3,6 Prozent 2010 hatte die Regierung erst im Januar ihre Prognose angehoben. Im Zuge der Erholung von der globalen Wirtschaftskrise gab es im vorigen Jahr das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung.

Der kräftige Aufschwung hilft auch dem Arbeitsmarkt. Bis Ende 2012 sollten nach Schätzung der Regierungsexperten rund 600.000 neue Jobs entstehen, schreibt der „Spiegel“. Die Institute erwarten, dass
die Arbeitslosigkeit bereits 2011 im Jahresdurchschnitt unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Demnach wird die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt von gut 3,2 Millionen im vergangenen Jahr auf knapp 2,9 Millionen 2011 und auf 2,7 Millionen 2012 sinken. Allein in diesem Jahr könnten 430.000 neue Jobs entstehen.

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  • Ich grieg ja richtig Angst vor dem Optimismus

    Allein was hilft es mir, wer steht vor dem Minus, hinter dem Geteielt, neben dem Mal über der Wurzel und vor allem vor dem Plus

  • Verbesserung (Man kann leider nicht editieren)
    ...Eine Dienstleistungsgesellschaft geriert zwar natürlich Jobs ohne Ende; nur sind diese Jobs minderwertig und führen eine Gesellschaft, die, um ihr Geld zu bekommen, immer länger in katastrofalen Jobsituationen jobben muss, in der geswissenenlose Bosse immer mehr verdienen, da sie keinen materiellen Einsatz auser der menschlichen Arbeitskraft führen müssen, immer mehr "die Korken knallen " lassen können... ins Abseits. Über kurz oder lang schreitet die Präkariesierung so weit fort, dass man schon "Geschäftsmann" ist, wenn man am Weg mit Fahrradpumpe und Flickzeug steht, um zufällig vorbeikommene Fahrradfahrern mit einem Problem am Gefährt das Rad zu reparieren...

  • @Andreas...

    von welcher Party sprechen Sie da eigentlich? Von der Unternehmerparty, die auf dem Rücken der Beschäftigten ihren Aufschwung geniessen?
    Wir erleben derzeit eine Situation, in der 40Mio deutsche Arbeitnehmer Abgaben entrichten, die zu einer Erhöhung der Last führen, die an Brüssel in den Rettungsfond zu zahlen ist. Dieses geld fliesst indirekt zurück zu den deutschen Unternehmern, und NUR zu denen, die ihre wilde Party feiern können.... Aber auf jede Party folgt ein Kater, wissen Sie sicher auch..

    Ich kenne mich bestens aus in der deutschen Arbeitswelt und ihren Auswüchsen; da sind es vielleicht 10-20% ALLER Arbeitnehmer, die die wilde Party mitfeiern können.
    Dem Rest aber ist nach Party nicht zumute, und wird es auch nie sein.

    Der Umbau der deutschen Gesellschaft zu einer billigen Dienstleistungsgesellschaft ist voll im Gange.

    Eine Dienstleistungsgesellschaft geriert zwar natürlich Jobs ohne Ende; nur sind diese Jobs minderwertig und führen eine Gesellschaft, die, um ihr Geld zu bekommen, immer länger in katastrofalen Jobsituationen jobben muss, in der geswissenenlose Bosse immer mehr verdienen, da sie keinen materiellen Einsatz auser der menschlichen Arbeitskraft führen müssen, immer mehr "die Korken knallen " lassen können.

    Sie sind gewiss Arbeitgeber und Unternehmer, oder zumindest arbeitgebernah im Beruf.

    Was Sie schreiben, hat die Realitätlange schon überholt. Das ist platte, ärgerlichste Arbeitgeberdiktion.

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