Wachstumsprognosen
Kaufrausch der Verbraucher reißt die Konjunktur mit

In ihren aktuellen Konjunkturprognosen sind sich das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) und das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) einig: Deutschland wächst kräftig - dank des privaten Konsums.
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HB BERLIN. Der private Konsum und die Investitionen werden nach Einschätzung des IW Köln die neuen Zugpferde der Erholung in Deutschland. Die sinkende Arbeitslosigkeit wecke bei den Verbrauchern die Lust am Einkaufen, teilten die Forscher des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) am Montag mit. Zudem gäben die Firmen mehr Geld für neue Maschinen und Produktionsanlagen aus.

"Der Wirtschaftsaufschwung wird also zunehmend nicht mehr nur von der ausländischen Nachfrage getrieben, sondern immer mehr von der inländischen, die sukzessive die Führung übernehmen wird", schrieben die Experten. Die Wirtschaftsleistung werde 2011 um etwa zwei Prozent zulegen, nach einem Wachstum von 3,25 Prozent im laufenden Jahr.

"Während noch vor einem Jahr die deutsche Konjunktur als rekonvaleszenter Patient galt, muss man - um im Bild zu bleiben - heute feststellen, dass die heimische Wirtschaft erstaunlich schnell wieder genesen ist und sogar kräftige Sprünge macht", schrieben die Experten. Wichtige Impulse kämen dabei von der Binnenwirtschaft: Die Inlandsnachfrage werde in diesem Jahr 2,25 Prozent steigen und im kommenden Jahr um 1,25 Prozent zulegen.

Auch das IMK hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft deutlich angehoben. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 3,5 Prozent und 2011 um 1,9 Prozent wachsen, teilte das Düsseldorfer Institut am Montag mit. Bislang war es von 2,0 und 1,5 Prozent ausgegangen. Die privaten Konsumausgaben dürften wegen steigender Einkommen etwas zunehmen. Die Arbeitslosigkeit werden den Prognosen zufolge spürbar sinken. Für dieses Jahr erwartet das IMK einen Rückgang um knapp 200 000 auf rund 3,2 Millionen. 2011 werden gut 2,9 Millionen Erwerbslose vorhergesagt.

Auch für die Eurozone sind Beobachter optimistisch. Ungeachtet der Schuldenkrise bewerten professionelle Anleger und Analysten die Konjunkturaussichten für die Euro-Zone so gut ein wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Das Sentix-Barometer verbesserte sich im Oktober um 1,2 auf 8,8 Punkte, teilte die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer Umfrage unter knapp 900 Experten mit. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2007. „Die Konjunktur zeigt sich damit allen Unkenrufen zum Trotz robust“, hieß es. Während die Lage genauso gut beurteilt wurde wie im Vormonat, blicken die Befragten positiver nach vorn.

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  • ich habe mir gestern von einem Spanier sagen lassen,
    dass die Kontrolle der Arbeitslosen durch die Arbeits-
    ämter dort wesentlich ungenauer erfolgt als bei uns,
    d.h. viel mehr Arbeitslose verdienen sich in Spanien
    schwarz etwas dazu. Das kann man kritisieren, aber das
    Geld fliesst ja wieder in den Konsum zurück und bringt Arbeitsplätze. Die etwa 7 Mio. Hartz-iV-
    Empfänger bei uns bemühen sich erst gar nicht um
    einen Zuverdienst, weil er ihnen zum Teil wieder
    abgenommen wird. ich hätte gerne die Meinung anderer
    Leser dazu erfahren. Mich erschrecken immer wieder
    die vielen aufgegebenen kleinen Geschäfte, deren
    Ex-inhaber mit viel Mut etwas aufzubauen versuchten,
    und sich danach vor einem riesigen Haufen Schulden
    wiederfinden. Die Zuverdienstmöglichkeiten müssten
    erweitert und zugleich auch ein vernünftiger
    Mindestlohn für alle eingeführt werden, damit die
    Arbeit sich wieder lohnt und Schwarzarbeit weniger
    interessant wird.

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