Wachstumsraten sind möglicherweise nicht nachhaltig
Wachstum der US-Industrie gewinnt weiter an Fahrt

Das Wachstum der US-Industrie hat sich im Mai überraschend beschleunigt und damit maßgeblich zum stärksten Beschäftigungsaufbau in dem krisengeschüttelten Sektor seit 31 Jahren beigetragen.

HB NEW YORK. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager zeigt seit nunmehr einem Jahr einen starken Geschäftszuwachs in der Industrie der weltgrößten Volkswirtschaft an. Das Institute for Supply Management, das die am Dienstag veröffentlichten Daten erhebt, erklärte, 2004 werde wohl eines der besseren Jahre für das Verarbeitende Gewerbe.

Allerdings würden die höheren Öl- und Gaspreise in der zweiten Jahreshälfte dämpfend wirken. Trotz der gestiegenen Rohstoffkosten verbesserten sich aber auch in Deutschland und der gesamten Euro-Zone im Mai die Geschäfte der Industrie.

Der US-Einkaufsmanager-Index des ISM kletterte auf 62,8 von 62,4 Punkten im Vormonat, während Analysten im Schnitt einen Rückgang auf 62,0 Punkte vorausgesagt hatten. Ein Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin. Der Beschäftigungsindex legte deutlich auf 61,9 Punkte zu und erreichte damit den höchsten Stand seit April 1973. In den vergangenen drei Jahren haben die US-Industrieunternehmen im Zuge des Nachfrage-Einbruchs mehr als drei Millionen Arbeitsplätze abgebaut. Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt ist im Präsidentenwahljahr auch ein brisantes politisches Thema in den USA.

„Derzeit ist zweifellos eine ziemlich gute Phase für die Industrie“, sagte ISM-Konjunkturexperte Norbert Ore. Er warnte jedoch zugleich, die hohen Wachstumsraten seien möglicherweise nicht nachhaltig. Ein erstes Signal dafür könnte der als Indikator für künftiges Wachstum geltende Index der Neuaufträge sein, der auf 62,8 (65,0) Zähler zurückging. Die Industrie macht rund ein Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Die Indizes beruhen auf der Befragung von Einkaufsmanagern bei mehr als 400 Industrieunternehmen in den USA. An den Finanzmärkten zeigte sich keine unmittelbare Kursreaktion auf die Daten.

Wie in den USA gewann auch in Deutschland die Erholung der Industrie im Mai weiter an Schwung. Der Reuters-Einkaufsmanagerindex stieg mit 56,2 von 55,3 Zählern im April auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren und signalisierte damit den neunten Monat in Folge, dass die Geschäfte der Branche besser als im Vormonat liefen. Angesichts zunehmenden Kostendrucks durch teurere Rohstoffe wie Öl bauten viele Firmen allerdings weiter Personal ab, um ihre Gewinnspannen zu sichern. Auch in der Industrie der Euro-Zone insgesamt verbesserten sich die Geschäfte, der Index kletterte auf 54,7 von 54,0 Punkten im April.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%