Währungsfonds IWF stellt Mitglieder unter Beobachtung

Der Internationale Währungsfonds will die Finanzpolitik seiner Mitgliedsländer schärfer im Auge behalten - und spricht auch gleich einmal Spar-Empfehlungen für Großbritannien und Irland aus.
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IWF-Chefin Christine Lagarde. Quelle: dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde.

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WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) will künftig die Finanzpolitik seiner Mitgliedsländer schärfer überwachen. Ohne die Euro-Krise ausdrücklich beim Namen zu nennen, teilte IWF-Chefin Christine Lagarde mit, angesichts der gegenwärtigen globalen Herausforderungen in der Wirtschaft- und Finanzpolitik „ist es entscheidend, eine effektive Überwachung zu haben, um Risiken früh erkennen zu können und rechtzeitig Ratschläge zu geben“. Dadurch werde auch die Grundlage für ein effektiveres Engagement und einen konstruktiven Dialog des IWF mit denn einzelnen Ländern geben, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung Lagardes.

Großbritannien sollte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds nicht felsenfest am eingeschlagenen Sparkurs festhalten. Sollte die Wirtschaft bis Anfang kommenden Jahres nicht in Schwung kommen, müsse die Regierung in London am Sparprogramm Abstriche machen, Steuern senken oder stärker in die Infrastruktur investieren, erklärte der IWF am Donnerstag. Der Kurs müsse gegebenenfalls auch früher entschärft werden, sollten sich der Aussichten deutlich verschlechtern. Die von der Französin Christine Lagarde geführte Organisation attestierte Großbritannien "deutliche Herausforderungen" durch eine gedrosselte Erholung, hohe Arbeitslosigkeit und Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise.

Die britische Wirtschaft hat sich vom Einbruch im Jahr 2008/2009 noch nicht vollständig erholt und befindet sich in der Rezession. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Eine Abkehr vom strikten Sparkurs käme für die konservativ-liberale Regierung jedoch einer politischen Blamage gleich. Die Parteien hatten 2010 die Regierungsverantwortung mit dem Ziel übernommen, das Haushaltsdefizit innerhalb von fünf Jahren zum Großteil abzubauen. Die oppositionelle Labour-Partei tritt für eine langsamere Reduzierung der Verschuldung ein.

Auch Irland forderte der IWF zu höheren Kürzungen bei den Sozialausgaben auf. Diese seien eine Erklärung dafür, warum die Arbeitslosigkeit in dem Land bei 14,9 Prozent liege - dem höchsten Stand seit 18 Jahren, hieß es am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der irischen Regierung.

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9 Kommentare zu "Währungsfonds: IWF stellt seine Mitglieder unter scharfe Beobachtung"

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  • Nachtrag:
    Doch genau das ist es, was der IWF bezweckt.
    Die Sonderziehungsrechte sind natürlich am Anfang etwas Außergewöhnliches. Aber sie sind auch Verrechnungseinheit - und dies ist ein wichtiger Aspekt. Diese Verrechnungseinheit wird früher oder später alle Währungen ablösen. International wird dann anstatt Dollar oder Euro der Begriff SDR (Special Drawing Right) oder SRZ (Sonderziehungsrecht) immer stärker in den Vordergrund gerückt. Die breite Masse wird dahinter zunächst nicht den Plan einer neuen Weltwährung entdecken.
    Wie das Kind dann hinterher getauft wird, ist letztlich gleichgültig. Es könnte sogar sein, dass es beim international bekannten Begriff „„SDR“ bzw. deutsch „SRZ“ bleibt. Es gibt ja derzeit viele Akronyme, deren Hintergrund kaum noch jemand versteht.
    Das SDR / SRZ könnte damit in Kürze als internationale Zahlungseinheit akzeptiert werden und wie selbstverständlich gegen Euro oder Dollar getauscht werden. Die Art und Weise, wie die SDR / SRZ eingeführt werden, läßt noch nicht mal vermuten, daß es dagegen großen Widerstand gibt, weil es ja als Ausweg aus der Krise „verkauft“ wird.

  • Durch die Hintertür will der IWF eine neue Weltwährung schaffen. Das Kunstgebilde heißt „Sonderziehungsrechte“. Was sich allerdings hinter dem Wortungetüm verbirgt, ist mehr als explosiv. Der Daily Telegraph meldet, daß der IWF Milliarden von Dollar im Rahmen von „Global quantitative Easing“ drucken will.
    Was sich unter diesem Deckmäntelchen verbirgt, ist eine Sensation: Der IWF will gleich (umgerechnet) Hunderte von Milliarden Dollar in Form von sogenannten „Sonderziehungsrechten“ (Special Drawing Rights, SDR / deutsch: Sonderziehungsrechte SZR) drucken, um so die Welt vor einer globalen Rezession zu bewahren. Dieser Vorgang kommt der Schaffung einer neuen globalen Währung gleich.
    Aber was sind „Sonderziehungsrechte“? Es ist praktisch die Kunstwährung des International Monetary Fund (Internationaler Währungsfonds / IWF). Es ist Geld, das quasi aus dem Nichts geschaffen wird und sich aus den Weltleitwährungen zusammensetzt. Und das macht die Aktion brisant.
    Das Sonderziehungsrecht (SZR) (Special Drawing Right) ist eine künstliche Währungseinheit, die nicht auf den Devisenmärkten gehandelt wird. Sie wurde 1969 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) eingeführt.
    Bereits Anfang der 1960er Jahre wurden Stimmen laut, die Liquiditätsengpässe durch ein ungleiches Wachstum von Handelsströmen und der Reservewährung US-Dollar befürchteten. Mit der Einführung der SZR wurde zusätzliche Liquidität für das internationale Finanzsystem geschaffen.
    Der Wechselkurs eines Sonderziehungsrechts ist durch einen Währungskorb wichtiger Weltwährungen definiert. Seit Januar 2006 enthält dieser Korb 0,632 US-Dollar, 0,410 Euro, 0,0903 Pfund Sterling und 18,4 Yen.
    Warum diese Bezeichnung?
    „Sonderziehungsrecht“ klingt zunächst einmal nicht nach neuer Währung oder Währungsreform, sondern eben nach etwas „Besonderem“, oder „Vorübergehendem“. Der Hintergrund für diesen Begriff liegt auf der Hand: Bei einer solchen Bezeichnung denkt niemand an „Währungsreform“.

  • Ist eigentlich schon aufgefallen, daß die Angelsachsen ein Kontrastprogramm inszenieren. Die USA betätigen die Geldpumpe bei Niedrigsteuern, Großbritannien drosselt seine Ausgaben rigoros und erhöht die Steuern.
    Das Resultat ist genau daselbe: Ebbe wohin man sich wendet.
    Wahrscheinlich ist es ziemlich gleichgültig, was die €-Zone betreibt, der Karren sitzt im Dreck.

  • Die Sozialbeiträge sind so gut wie überall Beitragsfinanziert. Das heisst je mehr gekürzt wird, um so weniger zahlen ein und die Solidarleistungen müssen zwangsläufig gekürzt werden. Das heisst, es geht den IWF nichts an, solange dort keine staatlichen Gelder, die aus Schirmen kommen, gezahlt werden.
    Die quasi Abschaffung einer Arbeitslosenversicherung, in die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen und daraus Leistungen erhalten, war das Dümmste was je ein Staat anstellen konnte.

  • Na, jetzt habe ich aber echt erschrocken, lieber IWF.
    Worauf wetten wir denn in Zukunft? Das solche Gladiatoren-Kämpfe in den Arenen der Geldsysteme unterbleiben? Das würde einem Währungsfond eigentlich gut zu Gesichte stehen.
    Das Staaten und Finanzsysteme weniger ungute Allianzen eingehen müssen?
    Mit Sicherheit wird das nicht von allein passieren, dann würde man seine eigene Richtung und Existenzberechtigung untergraben.

  • "Auch Irland forderte der IWF zu höheren Kürzungen bei den Sozialausgaben auf. Diese seien eine Erklärung dafür, warum die Arbeitslosigkeit in dem Land bei 14,9 Prozent liege - dem höchsten Stand seit 18 Jahren, hieß es am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der irischen Regierung."

    ach ist das so.

  • und beim beobachten bleibt es dann.

  • Nicht die Mitglieder des IWF sollten unter scharfe (?) Beobachtung gestellt werden, Madame Lagarde sollte mal ihre Sonnenbank unter "scharfe Beobachtung" stellen!

  • Die NWO zeigt Flagge...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnisse_eines_Economic_Hit_Man

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